AUTONOM GEHT NUR MIT STROM

von Redaktion — über |

Gastbeitrag von Thomas T., Frankfurt/Main

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Der Reaktorunfall in Fukushima liegt inzwischen 14 Jahre zurück. Ich erinnere mich, dass er mir damals große Angst machte und ich befürchtete, dass sich die Auswirkungen vielleicht sogar in Deutschland zeigen könnten.

Als Angela Merkel wenig später verkündete, deswegen aus der Kernkraft komplett aussteigen zu wollen, war ich begeistert. Ich sah diese Entscheidung als starken Einsatz für Umwelt und machte mir gar keine Gedanken darüber, dass ihre Pläne zum Problem werden könnten.

Dass unsere Strompreise durch die Folgen dieser Entscheidung in 14 Jahren um über 60 % steigen könnten, haben damals wohl nur wenige Profis geahnt. Die Allgemeinheit hat danach kaum gefragt. Man hat darauf vertraut, dass die Politik solche Entscheidungen mit viel Bedacht treffen würde, um Schaden vom deutschen Volke abzuwenden.

Ich habe mir mal ein paar Gedanken über Alltagsgegenstände gemacht, die damals noch keinen oder wenig Strom verbrauchten oder nur sehr selten elektrisch angetrieben waren.

Smartphones und Tablets gab es 2011 noch gar nicht. Und auch Powerbanks, um die Smartphones unterwegs zu laden oder teure Bluetooth-Kopfhörer, die ihre Ladestationen mit sich tragen, existierten noch gar nicht.

E-Zigaretten kamen erst später auf den Markt. Wer rauchen wollte, musste mit glühendem Tabak in Papier vorliebnehmen.

Für das Händewaschen im Badezimmer brauchte man keinen Strom. Mischbatterien hatten höchst selten Sensoren und es war ganz normal, den Seifenspender zu berühren, um die Seife herauszupumpen. Auch zum Händetrocknen gab es noch keine Hochleistungsmotoren von Dyson, die heutzutage mit viel Lärm die Hände von Wassertropfen befreien.

Im Garten wurde das Laub noch mit Rechen zusammengesammelt und nicht mit stinkenden Laubbläsern, die mit viel Lärm die Pollen durch die Luft wirbeln und für viele Insekten den sicheren Tod bedeuten.

Der Anteil an elektrischen Rollläden dürfte sich in besagten 14 Jahren auch vergrößert haben.
Ohne viel weitere Wertung möchte ich noch den Rest meiner Liste absurder Elektrogeräte teilen:

  • Pfeffer- und Salzmühlen, die batteriebetrieben den Mühleninhalt mahlen
  • Kinderschuhe mit Lämpchen, die bei jedem Schritt leuchten
  • Lupen mit eingebautem Licht
  • Wachs-Kerzen ohne Docht aber mit elektrischer Beleuchtung
  • elektrische Sensoren im Parkhaus, die durch grünes oder rotes Licht anzeigen, wo freie und belegte Parkplätze sind
  • Wegweiser-Pfeile bei Ikea, die über Lampen auf den Boden leuchten
  • Musizierende Grußkarten, Happy-Birthday Singblumen und Luftballons mit LED-Beleuchtung werden immer häufiger
  • Meinen absoluten Favoriten fand ich allerdings auf der Documenta in Kassel in einem kleinen Ausstellungsraum: Der Türsteher hatte ein Personenzähl-Gerät, mit dem er jeden Gast, der die Ausstellung betrat, piepsend zählte!

Natürlich kann und sollte man -besonders über die letzten Zeilen meiner Aufzählung- lachen dürfen.

Wer jedoch wie ich regelmäßig den „Energiewende-Wecker“ in den Radionachrichten von Tichys Einblick hört, der weiß, dass wir jeden Abend Strom aus dem Ausland dazu kaufen müssen, weil unsere 30.000 Windräder nicht beständig sind und die Sonne abends nicht scheint. Die Nennleistung von Wind- und Solarstrom sollte zwar ausreichen, aber es klappt trotzdem nicht.

Der Staat muss für diesen zugekauften Strom oft Mondpreise hinblättern, die vom Endverbraucher nie gezahlt werden können. Im Dezember 2024 lag der Strompreis zeitweise sogar bei rekordverdächtigen 936,00 Euro pro Megawattstunde, die 2011 noch knapp 40 Euro kostete und aktuell bei 120 Euro liegt (siehe hier). Und zu allem Überfluss kommt dieser teure Strom dann auch noch oft aus französischen Atomkraftwerken.

Es ist absurd, dass wir unseren selbstproduzierten Öko-Strom zeitweise gar nicht nutzen oder zu Geld machen können, sondern unseren europäischen Nachbarn Geld bezahlen müssen, damit sie uns den überschüssigen Strom abnehmen.

Und wenn wir jetzt noch bedenken, wie viele E-Autos in Deutschland mit Strom fahren sollen, den wir nicht mehr ohne Atomkraft und russisches Gas produzieren können, wird die ganze Green-Strom-Phantasie immer absurder.

Prinzipiell bin ich auch jemand, der gerne neue Dinge neugierig ausprobiert und Verbesserungen sucht.

Aber ich frage mich…

  • Wann ist der Punkt erreicht, an dem unsere Politiker die Bremse ziehen und das Strom-Experiment für gescheitert erklären?
  • Wie viele wichtige Firmen müssen Deutschland wegen seiner hohen Strompreise noch verlassen oder pleitegehen, bevor sich die Regierung einen Fehler ehrlich eingesteht und Konsequenzen zieht?
  • Warum müssen immer wir Deutschen die moralischen Vorreiter sein, die sich einbilden, das Weltklima mit unseren Steuermilliarden verbessern zu können?