BERLIN, KALTGESTELLT – UND DER STAAT WIRKT ÜBERRASCHT

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Ein Leitartikel von Chris Barth

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Illustration: "Giffey und die Muffe des Grauens"

Ein Brandanschlag auf eine für die Berliner Stromversorgung neuralgische Kabelbrücke über den Teltowkanal legt seit Samstag, 3. Januar 2026, weite Teile von Zehlendorf, Nikolassee, Wannsee und Lichterfelde lahm: rund 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbekunden sind betroffen. Die Reparatur dauert bis mindestens Donnerstagnachmittag, 8. Januar – technisch heikel, witterungsabhängig, mit Großbaustelle und Spezialarbeiten.

Das ist nicht „nur“ ein Stromausfall. Das ist ein Angriff auf kritische Infrastruktur. Und genau so muss er politisch behandelt werden.

Denn jetzt kommt der Satz, der weh tut: Aus Deutschland gingen in den letzten Jahren tausende Generatoren und Energieanlagen in die Ukraine – über Firmen, Initiativen, Hilfsprojekte und staatliche Programme. Und in Berlin reicht ein einzelner, offenbar professionell gesetzter Anschlag – und Stadt und Staat stehen da, als hätten sie so etwas noch nie erlebt!

Wer profitiert vom Anschlag?

Der unmittelbare „Gewinner“ ist der Täterkreis, der offenbar beweisen will, dass er das „urbane Leben abwürgen“ kann. Der jüngste Terroranschlag der ökolinksextremistischen „Vulkangruppe“ reiht sich ein in die Terrorserie, welche seit 2011 immer wieder Infrastruktur trifft – mal Bahn, mal Strom, mal Telekommunikation.

Das Bekennerschreiben (oder das, was dafür gehalten wird) der Gruppe passt ins Muster: moralischer Überbau, Notwehr-Pathos, Aufruf zur Nachahmung, und eine zynische Sortierung der Opfer nach Wohnlage.

Und politisch? Jeder profitiert, der aus dem Chaos Kapital schlägt: der Linksradikale, der den Staat lächerlich machen will – aber auch der Apparatschik des „Shithole Berlin“, der später mit dem Finger auf „die Umstände“ zeigt, statt auf die eigenen Versäumnisse. Und natürlich die Hersteller von Überwachungstechnik!

Wie konnte das so „professionell“ passieren?

Der gewählte Tatort ist kein Zufall. Die Kabelbrücke am Teltower Kanal wird als ein neuralgischer Punkt beschrieben, an dem mehrere Kabelstränge (2x110kV Hochspannung, 5x20kV Mittelspannung) zusammenlaufen.

Dazu kommt die technische Achillesferse: Hochspannungskabel, die unter Plusgraden und unter Reinheitsbedingungen verarbeitet werden müssen – im Winter ein Albtraum, der die Reparaturzeit verlängert. Besonders brisant: an der besagten Kabelbrücke scheinen noch alte 110kV-Ölkabel in Verwendung zu sein. Diese müssen nun mit modernen VPE-Kabeln ersetzt oder überbrückt werden. Dabei kommen spezielle Muffen zum Einsatz, welche Öl- mit VPE-Kabel verbinden. Diese können nur durch absolute Spezialisten und nur unter Reinraumbedingungen gesetzt werden. Es soll nur noch wenige Experten in Deutschland geben, die solche Arbeiten überhaupt durchführen können.

Wer so einen Terroranschlag durchführt, zielt dabei nicht auf Symbolik. Er zielt auf Dauer, Druck und Ohnmacht. Und wenn Täter in ihrem Text selbst behaupten, der Ort sei „nicht öffentlich verzeichnet“, dann ist das mindestens ein Hinweis darauf, dass hier Insider-Informationen vorlagen, ausspioniert wurden – oder dass Informationen aus Bau-, Wartungs- oder Dienstleisterketten „abflossen“.

Die Leitfrage lautet: Warum war ein Punkt mit maximaler Folgewirkung überhaupt erreichbar? Und zweite Frage: Wer hat diese Punkte in Berlin eigentlich als „mission critical“ klassifiziert – und wie wird das überprüft?

Warum nimmt Politik Linksterror so oft nicht ernst?

Weil er nicht ins bequeme Raster passt. Der Regierende Bürgermeister nennt die Täter „offenkundig Linksextremisten“. Gut. Aber Sprache allein ersetzt keine Konsequenz.

Seit 2011 werden immer wieder Anschläge beschrieben – und dennoch: kein einziger aufgeklärter Fall, keine Täterkette, keine sichtbare Zerschlagung der Strukturen. Das ist der Punkt, an dem Bürger nicht mehr „Pannen“ sehen, sondern Systemschwäche!

Und diese „Systemschwäche“ wirkt doppelt bitter, wenn man gleichzeitig erlebt, wie hart der Staat durchgreifen kann, wenn es politisch opportun ist. Zum Beispiel bei der „Schwachkopf“-Affäre um Robert Habeck: eine Hausdurchsuchung nach einer harmlosen Beleidigung? Oder der seit fast drei Jahren andauernde Prozess gegen die „Rollatorgang“ rund um Prinz Reuß: Alle Angeklagten seit Jahren in Untersuchungshaft, obwohl diese niemandem etwas angetan haben. Angeblich hätten sie das „geplant gehabt“.

Bei manchen Dingen ist der Staat schnell und massiv. Bei den wirklich wichtigen Dingen erscheint er tatenlos. Vielleicht ist es doch keine Systemschwäche sondern Absicht?

Währenddessen steht Berlin im Winter da – und ein Täterkreis, der seit Jahren mit ähnlichem Modus Operandi agiert, bleibt im Nebel.

Woher wussten Täter Ort und Zeitpunkt?

Wer den Zeitpunkt wählt, wählt die Wirkung. Kälte, Bodenfrost, schwerer Bodenaushub, heikle Verbindungen, knappe Spezialkapazitäten – all das verlängert die Dunkelphase.

Das muss noch kein „Insiderwissen“ sein. Es reicht, dass Täter verstehen, wie man maximalen Folgeschaden erzeugt: nicht nur zerstören – verzögern.

Und doch bleibt die Frage zwingend: Welche Informationen brauchte man wirklich – und wer hatte Zugriff darauf? Mitarbeiter, Dienstleister, Sicherheitsfirmen, Baustellenlogistik: Wer hat wann welche Pläne gesehen, welche Zugänge gehabt, welche Hinweise gegeben? Was macht eigentlich der Berliner Verfassungsschutz, wenn man ihn wirklich ausnahmsweise mal brauchen könnte?

Hat die Vulkangruppe Insider bei Stromnetz Berlin?

Das kann man ohne Ermittlungsakten nicht seriös behaupten. Aber man kann seriös sagen: Das alles muss geprüft werden – systematisch und ohne Tabu. Denn die Tat trifft genau den Nerv, den professionelle Täter suchen: wenige Stellen, große Wirkung.

Wenn der Staat verhindern will, dass „Insider“-Gerüchte gedeihen, muss er Transparenz liefern: Audit der Sicherheitskette, Zugriffskontrollen, Prüfprotokolle, Dienstleisterlisten, Insiderprävention. Nicht irgendwann. Jetzt.

Notfallhilfe: Warum wirkt es unfair?

Der Senat riet zunächst, Betroffene sollten möglichst bei Freunden oder Familie unterkommen. Gleichzeitig startete Berlin eine Hotelaktion über Partnerhotels – erst mit „Sonderkonditionen“, dann nach heftiger Kritik mit Erstattung über das Sozialamt.

Es ist gut dokumentiert, dass viele Berliner und Nicht-Berliner es als Schlag ins Gesicht empfinden, dass deutsche Staatsbürger zunächst selbst zahlen sollten, während man Flüchtlingsunterbringung in Luxushotels selbstverständlich aus öffentlichen Mitteln finanziert.

Ob jede dieser Vergleiche im Detail stimmt, ist nicht der Kern. Der Kern ist: Der schwarz-rot-grüne Einheitsstaat hat den Eindruck von Ungleichbehandlung selbst produziert – durch Zögern, Unklarheit und PR statt Hilfe.

Wer in der Kälte sitzt, diskutiert nicht gern über Rabattcodes.

Wer trägt Verantwortung?

Franziska Giffey (ja, die Dame, welche zu Unrecht eine Zeitlang einen Doktortitel trug, und nach dem alles aufgeflogen war, dennoch nicht in der politischen Bedeutungslosigkeit verschwinden musste) soll sich nun die Frage gefallen lassen, warum in einer akuten Lage erst ein „Hotelrabatt“-Narrativ gesetzt wurde, das nach Berichten und Tests nicht verlässlich funktionierte – und erst später die komplette Kostenübernahme kam.

Der Berliner Katastrophenschutz steht ohnehin unter Verdacht, strukturell schlecht aufgestellt zu sein. In euren Quellen wird ein Bericht des Landesrechnungshofs zitiert („Im Ernstfall Chaos?!“) mit Vorwürfen wie fehlenden Gefährdungsanalysen, unklaren Zuständigkeiten und kaum funktionsfähigen Krisenstäben.

Die Innensenatorin und die Bezirksverantwortlichen müssen erklären, ob die Großschadenslage früh genug ausgerufen wurde und ob Hilfe (inklusive Bundeswehr-Amtshilfe) ohne politisches Zögern hätte anlaufen müssen. Inzwischen ist die Bundeswehr tatsächlich zur Unterstützung im Einsatz – etwa beim Betanken von Notstromaggregaten, vor allem für Pflegeeinrichtungen. Genau dies wollte laut Presseberichten die grüne Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg verhindern!

Und der Verfassungsschutz? Er wirkt wie ein einäugiger Tiger, wenn eine seit Jahren dokumentierte Anschlagsserie nicht sichtbar eingedämmt wird. Stattdessen wird derjenige verfolgt, der die katastrophale Regierungsführung in Berlin zu deutlich kritisiert.

Wenn es seit 2011 immer wieder brennt, ist „wir ermitteln“ irgendwann keine Antwort mehr, Frau Barbara Slowik Meisel, Herr Wilfried Peters!

Die Fragen, die jetzt gestellt werden müssen

  1. Warum waren die empfindlichsten Netzknoten nicht sichtbar härter geschützt?
  2. Welche Schutztechnik (Sensorik, Kameras, Alarmketten) ist Standard – und warum wird darüber so wenig Konkretes gesagt?
  3. Warum gibt es nach anderthalb Jahrzehnten Anschlagsserie keine Täter?
  4. Warum musste erst öffentlicher Druck entstehen, bevor Bürger echte Kostenübernahme statt Rabattcode bekamen?
  5. Warum kann Berlin binnen Tagen eine Großbaustelle aufreißen, aber nicht binnen Stunden ein unbürokratisches Hilfssystem starten?

Und die härteste Frage: Wie oft soll es noch knallen, bis man begriffen hat, dass Sabotage an Infrastruktur keine „Aktion“ ist, sondern wohlkalkulierter, ökostalinistischer Terror gegen Bürger?

Berlin friert nicht, weil „der Winter halt Winter ist“. Berlin friert, weil Täter wussten, wo sie zünden müssen – und weil der Staat offenbar nicht wusste, wie er es verhindert. Jetzt reicht kein Betroffenheits-Post. Jetzt braucht es Konsequenzen: Sicherheitskonzept offenlegen, neuralgische Punkte nachrüsten, Ermittlungen bündeln, Zuständigkeiten klären, Krisenhilfe standardisieren.

Sonst bleibt am Ende nur das Gefühl, das in diesen Tagen viele umtreibt: Wir können der Ukraine helfen, durch den Winter zu kommen – aber wir bekommen unsere eigene Hauptstadt nach einem Anschlag nicht warm. Wir brauchen weder Putin, noch Trump, noch die AfD um Deutschland schachmatt zusetzen. Wir zerstören uns schon seit Jahren selbst. Und feiern unsere bösartig-unfähige politische Elite auch noch dafür!