Rückblick auf das 4. Corona-Symposium im Bundestag zu Freiheit, Verantwortung und Aufarbeitung

Ein Leitartikel von Chris Barth
Berlin, Anfang November. In den nüchternen Räumen des Deutschen Bundestags, dort, wo sonst Ausschüsse verhandeln oder Parteitaktiken geschmiedet werden, geschah etwas Ungewöhnliches. Zwei Tage lang ging es nicht um Schlagzeilen oder Machtfragen, sondern um Fragen, die tiefer reichten: Wahrheit, Verantwortung, Freiheit und Versöhnung. Und um die Aufarbeitung einer Zeit, die wie kaum eine andere die Gesellschaft gespalten hat.
Ich war eingeladen, als Journalist und Referent, als jemand, der aus der Bürgerbewegung kommt – aus dem offenen Gespräch, aus dem Mut zur Kritik. Unsere kleine Bürgerredaktion hatte nie den Anspruch, in der Hauptstadtpolitik mitzuspielen – und plötzlich fand sie sich im Zentrum eines Symposiums wieder, das so gar nicht ins gewohnte politische Raster passte.
Eine Bühne der anderen Stimmen
Das „Corona-Symposium“ war keine parteipolitische Veranstaltung im engen Sinne, auch wenn es von der AfD-Bundestagsfraktion organisiert wurde und die Eröffnungsworte von Frau Dr. Alice Weidel gesprochen wurden, welche man im „etablierten Einheitsdiskurs“ allzu oft versucht auszublenden. Gerade das machte die Atmosphäre besonders: Hier sprachen Menschen, die über Jahre ausgegrenzt oder stigmatisiert worden waren, mit Wissenschaftlern, Ärzten, Juristen, Journalisten und Politikern aus verschiedenen Ländern.
In den sechs Themenblöcken ging es um nicht weniger als den Versuch, das Geschehene zu verstehen – jenseits des Mainstreams, aber nicht jenseits der Vernunft. Viele sprachen ruhig, sachlich, mit akribischen Fakten. Andere mit Pathos, mit Tränen in den Augen. Und manchmal lag über allem diese leise Erleichterung, dass hier endlich ausgesprochen werden durfte, was so lange verdrängt worden war.
Block 1: Lektionen aus Europa und der Welt
Gleich zu Beginn setzten Redner wie Robert W. Malone und Robert Roos den Ton – und dieser Ton war kein kämpferischer, sondern ein nachdenklicher. Die Eröffnungsrunde trug den Charakter eines intellektuellen Innehaltens. Es war, als wolle man gemeinsam einen Schritt zurücktreten, um mit klarem Blick auf die letzten Jahre zu schauen, jenseits von Empörung oder Selbstrechtfertigung.
Robert W. Malone, einer der ursprünglichen Mitentwickler der mRNA-Technologie, sprach über Ethik und die Grenzen politischer Eingriffe in Medizin und Wissenschaft. Seine Rede war kein Abrechnungsmanifest, sondern ein Bekenntnis zur Demut vor dem Patientenrecht und zur klaren Zuständigkeit in der Krise. Er erinnerte daran, dass „Patienten informiert zustimmen müssen. Das ist während Covid nicht passiert.“ Zugleich pochte er auf das Prinzip der Subsidiarität als demokratisches Schutzgeländer: „Nationale Parlamente müssen dafür sorgen, dass das Prinzip der Subsidiarität umgesetzt wird.“ Die Linie seiner Argumentation war durchgehend: „Die Rechte der Gesellschaft sollten nicht wichtiger sein als die Rechte des Einzelnen.“
Malone schilderte auch den Preis, den abweichende wissenschaftliche Stimmen zahlen. Wer auf Ungereimtheiten hinweist, riskiert Ruf, Auftrag und Lebensplanung. Er sprach ruhig, fast beiläufig – gerade darin lag seine Glaubwürdigkeit.
Robert Roos, niederländischer Europaabgeordneter, verschob den Fokus vom medizinischen Detail auf die institutionelle Ebene: Gesundheitspolitik, sagte er, sei in Europa zu einem Terrain von Profit und Macht geworden. „Gesundheit sollte auf der Wissenschaft der Wahrheit beruhen. Doch heute ist das nicht mehr der Fall. Heute wurde die Gesundheit gekapert. Sie wurde verwandelt zu einem Spielplatz für Profit und Macht.“ Von dort spannte er den Bogen zur politischen Steuerung in der Krise: „Regierungen haben im Namen der Sicherheit die Kontrolle über unser Leben übernommen. Meinungsfreiheit weg im Namen der öffentlichen Gesundheit.“ Lockdowns, Maskenpflicht, Impfdruck – „all dies wurde unter dem Deckmantel der Wissenschaft gerechtfertigt“, während Wissenschaftler zum Schweigen gebracht worden seien: „Die Wissenschaft (…) wurde zum Schweigen gebracht. (…) Westliche Demokratien folgten alle demselben Drehbuch.“
Roos kritisierte überdies den Drang zur Zentralisierung: Die EU rufe nach einer „globalen Initiative für Gesundheitsresilienz“, die bei näherem Hinsehen „mehr Überwachung, mehr zentralisierte Kontrolle, (…) digitale Gesundheitsausweise, Impfpflichten und (…) Zensur im Namen der Desinformationsbekämpfung“ bedeute. Dem stellte er das Subsidiaritätsprinzip und die nationale Zuständigkeit für Gesundheit entgegen – und verband seine Analyse mit einem offenen Appell an Bürger, Ärzte, Forscher und Landwirte: „Stehen Sie auf, erheben Sie Ihre Stimme, lassen Sie uns Europa wieder gesund machen, denn gemeinsam werden wir das schaffen.“
Aus Österreich und Ungarn kamen Stimmen, die den europäischen Blick ergänzten. Norbert Nemeth, FPÖ-Parlamentarier und Jurist, beschrieb Parlamentarismus im Ausnahmezustand – und erzählte die österreichische Impfpflicht-Episode als Lehrstück politischer Verantwortung: Eine Regelung, beschlossen im Januar 2022, mit Dreifach-Impfpflicht über drei Jahre, regelmäßigen Strafen und dem Plan, Melderegister und elektronische Gesundheitsakte zu verknüpfen – „eine Vorgangsweise, die zurecht den Begriff der Dystopie verdient.“
Er erinnerte an die hohen Bußgeldsummen und daran, dass die Pflicht ohne massiven öffentlichen Druck nicht gefallen wäre: „Ohne Druck der FPÖ und ohne unsere Mobilisierung auf der Straße wäre das vermutlich nicht geschehen.“ Mit Blick auf die Aufarbeitung skizzierte er das Niederösterreich-Modell – Entschädigungsfonds, Rückzahlung verfassungswidriger Corona-Strafen, Re-Einstellungen – sowie den Grundsatz: „Niemand darf in irgendeinem Lebensbereich benachteiligt werden, weil er nicht geimpft ist.“ Zugleich kündigte er an, auf Bundesebene einen Corona-Untersuchungsausschuss zu beantragen, um politische Verantwortlichkeit unter Wahrheitspflicht zu klären.
Dr. Alejandro Diaz, Arzt aus Spanien mit Erfahrung in Lateinamerika, setzte einen kultur- und systemkritischen Kontrapunkt. Er beschrieb, wie „Anfang 2020 […] die Angst schneller als das Virus“ zirkulierte, und wie dadurch Debatte durch Zwang ersetzt wurde: „Die wissenschaftliche Debatte wurde politisiert. […] Die Fähigkeit, offen kritische Fragen zu stellen.“ Rückblickend, so Diaz, sei die „Operation Corona“ nicht nur ein Gesundheits-, sondern auch ein Gehorsamstest gewesen: „Rückbliegend erwies sich die Operation Corona nicht nur als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit, sondern auch als Experiment zu weltweitem Gehorsam. […] Die Grenzen zwischen Beratung und Zwang verschwammen. Vertrauen wurde durch Unterwerfung ersetzt.“ Zentral ist für ihn die Wiederherstellung einer ehrlichen Wissenschaftskultur: „Wahre Wissenschaft fördert kritisches Hinterfragen.“ Und politisch-praktisch heißt das: „Das Vertrauen der Öffentlichkeit kann nicht gesetzlich vorgeschrieben werden, sondern man muss es sich durch Klarheit und Ehrlichkeit verdienen. […] Pluralismus statt Zensur. […] Der Zweck der Politik ist es, Menschen zu schützen, nicht die Statistiken.“
Dieser erste Block hatte etwas von Aufatmen – das Recht auf Debatte, auf Differenz, auf Selbstkritik. Nach Jahren moralischer Einengung öffnete sich ein Fenster: für wissenschaftliche Redlichkeit, politische Rechenschaft und menschliche Vernunft.
Block 2: Freiheit unter Druck – und trotzdem laut lachen
Dann kam der Block, in dem ich selbst sprechen durfte. Schon zu Beginn spürte man mit dem Moderator Kay-Uwe Zeigler eine andere Energie. Hier war kein betretenes Schweigen, keine Schwere der Selbstzensur, keine übertriebene „political-correctness” – sondern Bewegung, Neugier, sogar Heiterkeit.
Kayvan Soufi-Siavash – vielen noch als „Ken Jebsen“ bekannt – ergriff das Wort mit einer Mischung aus Trotz und Gelassenheit, die nur jemand besitzt, der gelernt hat, mit gesellschaftlicher Ächtung zu leben. Er erzählte von Zensur und digitaler Ausgrenzung, von der algorithmischen Unsichtbarmachung unliebsamer Stimmen – und tat es mit dieser eigentümlichen Ironie, die den Schmerz nicht leugnet, ihn aber in Klarheit verwandelt. Für ihn war Corona ein Gehorsamsexperiment im öffentlichen Raum: „die Maske war ein öffentlich getragenes Parteiabzeichen“. Und er erinnerte daran, warum offene Debatte unverzichtbar ist: „Wahrheit funktioniert überhaupt nur im Plural. Es gibt nicht die Wahrheit. Es gibt nur Wahrheiten.“
Dann trat Dr. Markus Krall ans Mikro. Analytisch, brillant, schneidend. Statt Details der Maßnahmen zu wiederholen, legte er die Prinzipien frei, die in der Krise verletzt wurden: Wissenschaft, Risiko, Demut vor komplexen Systemen. Seine Leitdefinition traf den Nerv: „Wissenschaft ist nicht ein Ergebnis, sondern eine Methode, deren Keinelement die Kritik ist. Und wer Kritik nicht will, handelt nicht wissenschaftlich, sondern fröhnt dem Aberglauben an die eigene Unfehlbarkeit.“ Von hier spannte er den Bogen zur Ordnungspolitik: Nicht einzelne Fehler, sondern der Zentralismus sei das Problem – Entscheidungen, die fern der Praxis getroffen werden und dann mit Macht über das Land gestülpt werden. Kralls Warnung kondensierte sich in einem Satz, der über den Saal hinaus hallte: „Je zentralistischer eine Entscheidung, desto schlimmer die Folgen, wenn sie falsch ist.“ Der Rest war Schlussfolgerung: Ohne Wettbewerb der Ideen, ohne öffentlichen Zweifel, ohne föderale Korrektive versteinert das Gemeinwesen – bis der nächste Ausnahmezustand wieder zur Methode wird.
Ich selbst sprach als Bürgerjournalist in Berlin weniger über Schlagzeilen als über Werte: „Freiheit unter Druck ist das Thema dieses Panels. […] Unsere Freiheit stirbt zentimeterweise…“ Was mit Lockdowns, Maskenzwang, Pharmapropaganda, Impfdruck und Cancel Culture begann, ist nicht verschwunden – es wirkt weiter als schleichende Normierung und stille Selbstzensur.
Worum es mir ging, war die Würde des mündigen Bürgers: „Ein freier Staat braucht freie Bürger, selbstbewusste Menschen, die sich nicht mit dem Satz abspeisen lassen: Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten.“ „Solche Bürger sind das Rückgrat jeder freiheitlich-demokratischen Grundordnung – Querdenker im besten und wahrsten Sinne des Wortes […] Ich tauge nicht als Untertan…“
Zum Schluss der Blick nach vorn: Wenn digitale Identität und digitales Geld zum Kontrollsystem verschmelzen, droht „dieses digitale Gefängnis“. Dann bleibt – „friedlich, massenhaft, unerschütterlich, respektvoll“ – nur ziviler Ungehorsam. „Willkommen im Widerstand, willkommen bei den Querdenkern.“ (Anm.d.Red.: Zum Video-Redebeitrag von Chris Barth)
Und schließlich Tom Lausen von Kay-Uwe Ziegler augenzwinkernd vorgestellt als „Datensalafist“: Präzision und Genauigkeit, damit die Wahrheit messbar bleibt, selbst wenn diese politisch unerwünscht ist. Und… er entlarvte gekonnt mit Wortwitz dank passender Video-Einspieler die platten Lügen einer Frau Buyx, ehemalige (Un-)Ethikratsvorsitzende mit Bundesverdienstkreuz-Befleckung: „Will man eine Pandemie haben, braucht man ein paar Lügner. Will man Verbrechen … braucht man auch Lügner.“
Aus der Enquete-Zeit folgerte er Konsequenzen, nicht Schlagzeilen: Wer öffentlich normsetzende Autorität beansprucht, müsse sich an Zahlen, Daten, Fakten messen lassen – und zwar unter Wahrheitspflicht. Darum seine Forderung nach echten Kontrollinstrumenten statt Symbolpolitik. Am Ende stand ein Satz, der wie ein Prüfmaß wirkte – für Gremien, Medien und Politik gleichermaßen: „Wir brauchen Wahrhaftigkeit und keine Lügner.“
Es wurde gelacht, geklatscht, genickt. Die Spannung im Raum entlud sich in ehrlichem Applaus. Für einen Moment war da dieses Gefühl, das in den vergangenen Jahren selten geworden ist: Gemeinschaft im Zweifel, im Denken, im Miteinander.
Block 3: In den Fängen der Corona-Justiz
Der nächste Block war das Gegenteil. Wo zuvor Lachen und Ironie Platz gefunden hatten, herrschte jetzt Stille – eine dichte, fast körperlich spürbare Stille.
Dr. Walter Weber, Dr. Monika Jiang, Dr. Martina Herrmann und Claudia Ludwig erzählten von Verfahren, Anklagen, Verlusten. Von Ärzten, die ihre Approbation riskierten, weil sie Fragen stellten, und von Juristen, die plötzlich selbst zu Angeklagten wurden, weil sie sich an Recht und Gewissen hielten. Weber berichtete von Ermittlungen, von Hausdurchsuchungen, vom Gefühl, über Nacht vom Arzt zum Verdächtigen geworden zu sein.
Der Internist Dr. Walter Weber zeichnete das Panorama einer Verfolgung, die Ärzte zu Angeklagten und das Recht zum Werkzeug der Politik machte: schwarze Listen, Hausdurchsuchungen, Verfahren wegen Maskenattesten. Sein Befund war nüchtern, nicht pathetisch – und gerade deshalb scharf: „Es ist wenig bekannt, kaum zu glauben, unvorstellbar in einem Rechtsstaat, aber dennoch … wurden [Ärzte] gejagt, existenziell bedroht und vernichtet.“ Weber hielt dem die Berufsethik entgegen, vom Genfer Gelöbnis bis zur ärztlichen Unabhängigkeit von Weisungen durch Nichtärzte. Aus dieser Haltung leitete er Konsequenzen ab – keine Vergessenheit, sondern Gerechtigkeit: „Wir politisch verfolgten Ärzte verlangen keine Amnestie, sondern volle Rehabilitation und wirtschaftliche Wiedergutmachung.“
Seine Botschaft passte zum Tenor des gesamten Blocks: Ohne moralische Maßstäbe verkommt Recht zur bloßen Verwaltung – und Medizin zum Vollzugsorgan.
Dr. Monika Jiang sprach leise, fast zaghaft – und gerade dadurch umso eindringlicher. Sie schilderte ein Klima, in dem Ärzte zu Angeklagten wurden und Verfahren „ohne Patienten, ohne Beweise“ geführt wurden; ein Rechtsverständnis, das den Arztberuf zum Erfüllungsgehilfen der Politik drängen wollte. Ihr Urteil über die Coronapolitik fiel hart aus: „Der Titel dieses Symposiums ist Politik auf dem Prüfstand. Mein Fazit: Durchgefallen – gnadenlos. Setzen, sechs.“ Und sie formulierte eine rote Linie, die über den Einzelfall hinausweist: „Wenn die, die Recht hatten, verfolgt und in ihrer Existenz vernichtet werden, ist Recht zu Unrecht geworden.“ Dahinter stand ihr Grundsatz, den sie mehrfach betonte: Die Würde und die Selbstbestimmung des Patienten sind unantastbar – Politik kann und darf nicht definieren, was Menschen zu ertragen haben.
Dr. Martina Herrmann beschrieb den Schmerz, wenn medizinische Überzeugung auf politische Dogmen trifft: willkürliche Quarantäneanordnungen, unangekündigte Amtsbesuche, Bußgelder, Honorarkürzungen und ein Verfahren, das ihre Aufklärungspflichten in „Minderheitsmeinung“ umlabelte. Besonders entlarvend war für sie ein Satz aus der Kassenärztlichen Vereinigung: „Hier geht es nicht um Inhalte, sondern nur um Disziplinierung.“ In dieser Logik, so Herrmann, werde der Arzt vom Anwalt des Patienten zum Vollstrecker politischer Vorgaben. Ihr Schluss war unmissverständlich — strukturell, nicht persönlich: „Das KV-System ist für uns ein Gefängnis. Wir brauchen die Kostenerstattung.“
Dann Claudia Ludwig: keine Ärztin, sondern eine Mutter – und die Chronistin eines Falls, in dem Hausdurchsuchungen, Ketten von Verfahren und Zwangsmaßnahmen eine Arztpraxis zerlegten und eine Familie zermürbten. Sie zeichnete das Bild eines Systems, das Härte zeigt, wo Milde geboten wäre. Der Satz, den sie als Leitsatz von Heinrich Habig mitbrachte, bündelte die Erfahrung: „Es geht um die Überzeugung der Gerichte und nicht mehr um die Wahrheit.“ Und am Ende, als Zusammenfassung seines Standpunktes, stand Habigs Bekenntnis, das im Saal nachhallte: „Wenn man mich deshalb kriminalisiert, weil ich Menschen geholfen habe, dann ist das eben der Preis, den man für die Menschlichkeit zahlen muss. Keine Macht der Erde kann mich daran hindern, Gottes Gebote einzuhalten.“
Es war, als ob sich ein Riss durch den Saal zog – doch es war ein Riss, der die Zuhörer verband. Man spürte das gemeinsame Entsetzen über das, was möglich geworden war, aber auch den Willen, daraus etwas zu lernen. Viele wischten sich Tränen aus den Augen. Niemand sprach dazwischen. In diesem Moment wurde klar: Aufarbeitung ist nicht nur eine politische, sondern eine seelische Aufgabe.
Block 4: Gesundheitspolitik im Ausnahmezustand
Nach der emotionalen Wucht des dritten Blocks wirkte der Block 4 am Morgen des nächsten Tages zunächst wie ein Gegengewicht: analytisch-rational.
Uwe Kranz, Ex-LKA-Chef und Europol-Mitgründer, begann mit einer präzisen, fast kriminalistischen Analyse des Krisenmanagements: Entscheidungswege wurden verkürzt, Kontrollen ausgehöhlt, Datenflüsse zentralisiert – und Verantwortung nach oben abgeschirmt. Er spannte den Bogen von WHO-Strukturen über nationale Behörden bis zu Gerichten und zeigte, wie Normen, die eigentlich vor Übergriffen schützen sollen, im Ausnahmezustand zur Durchsetzung von Maßnahmen dienten.
Seine Quintessenz war unmissverständlich: „Die Verantwortlichen dieses Menschheitsverbrechen gehören vor Gericht.“ Zugleich legte er den Finger in die fachliche Wunde, dass Politik ohne belastbare Folgenabschätzung gehandelt habe: „Nutzen und Schaden waren nie abgewogen worden, nie?“
Kranz’ Appell: Rechtsstaatlichkeit durch echte Aufklärung, Rehabilitierung der Geschädigten und die Rückkehr zu verhältnismäßiger, demokratisch kontrollierter Gesundheitspolitik.
Dr. Andreas Sönnichsen weitete den Blick: Corona sei lediglich die Eskalation eines seit Jahren laufenden Medikalisierungsprozesses. Anhand von PSA-, Mammographie- und Hautkrebsscreening zeigte er Überdiagnosen ohne Mortalitätsgewinn; CT-Orgien bei PCR-Tests änderten nichts am Outcome. Mit Blick auf Covid kritisierte er Massentests an Gesunden und verwies auf AGI/RKI-Reihen: keine außergewöhnliche Atemwegslast im Frühjahr 2020, während die Testzahlen stiegen. Seine zugespitzte Frage blieb hängen: „Wo ist da die Pandemie?“
Der Kern seiner Kritik: Evidenz wurde durch Autorität verdrängt, Autorität durch Moral ersetzt – zulasten des Diskurses. Sönnichsen erinnerte an seinen Leitsatz: „Auch wenn alle einer Meinung sind, können alle Unrecht haben.“ Sein Schluss war programmatisch: Weg von der umsatzgetriebenen, reduktionistischen Apparate-Medizin – hin zu einer patientenzentrierten Heilkunde, die Nutzen und Schaden ehrlich abwägt. „Wir brauchen eine vollkommen neue Medizin.“
Für Prof. Roland Wiesendanger war schon zu einem recht frühen Zeitpunkt klar, dass an der Laborursprungs-These etwas dran sein musste – und forderte nun auch politische Konsequenzen. Er verwies auf die DEFUSE-Anträge (Furin-Spaltstelle), riskante Arbeiten in Wuhan nur unter BSL-2 und auf die Häufung von Indizien, die den Laborweg viel wahrscheinlicher machten als eine Zoonose. Entscheidend für ihn: Der Ursprung sei keine akademische Frage, sondern erkläre, warum Entscheidungen militarisiert und zentralisiert wurden. Wiesendanger zitierte u.a. die frühere niederländische Gesundheitsministerin: „The Dutch pandemic policy must comply with NATO obligations“ – ein Satz, der die Verschiebung vom Gesundheits- zum Sicherheitsregime auf den Punkt bringt. Seine Schlussfolgerung zielte auf Aufklärung statt Verwaltung: „Basierend auf Lügen, auf Unwahrheiten, kann man kein Land, kein Unternehmen, keine wissenschaftliche Einrichtung und keine Familie erfolgreich auf Dauer führen.“
Dr. Michael Nehls weitete den Blick von Symptomen auf Ursachen: Er zeichnete die Linie vom „Krieg gegen Corona“ zu einem „gentechnischen Krieg“ – mit SARS-CoV-2-Merkmalen (u.a. Furinspaltstelle, Insertsequenzen) als klare Indizien für Gain-of-Function-Laborforschung und mit der mRNA-Plattform als eigentlichem Risikoträger. Er kritisierte ein Management der Angst, das Selbstbestimmung und Immunkompetenz (Stichwort Vitamin-D-Mangel) verdrängte, während Nebenwirkungen und negative Effekte der Impfstrategie ausgeblendet wurden. Es gehe nicht um einzelne Fehlgriffe, sondern um ein System, das Irrtümer moralisch übertünche und deshalb nicht korrigiere.
Zwei Sätze bündelten seinen Vortrag: „Krieg ist ein organisiertes Verbrechen“ – und in diesem Kontext sei „das erste Opfer eines Krieges die Wahrheit“. Seine Quintessenz: Raus aus dem Ausnahmezustand, zurück zu Evidenz, Eigenverantwortung und einer Gesundheitspolitik, die den Menschen stärkt statt ihn zu verängstigen.
Dieser Block machte sichtbar, dass das Problem nicht nur in einzelnen Fehlentscheidungen lag, sondern in einem System, das Fehler nicht eingesteht.
Block 5: Politische Aufarbeitung – der lange Weg
Der fünfte Block, geleitet von Claudia Weiß, stand im Zeichen der Mühen der Ebene – der zähen, oft unspektakulären, aber entscheidenden Arbeit politischer Aufklärung. „Da fehlen einem die Worte“, eröffnete Weiß, bevor sie den Bogen zu drei Jahren Basisarbeit schlug: „Wir haben dort über 3.000 Unterschriften gegen die Impfpflicht eingesammelt.“.
Thomas Prantl beschrieb die harte Praxis hinter großen Worten: Rechtsrahmen, Mehrheiten, Protokolle, Sperrfeuer. Untersuchungsausschüsse seien „kein Kongress, sondern Wahrheitssuche – und die Pflicht zur Wahrheit“. In Sachsen habe man das Wahlversprechen eingelöst: „Wir werden diese Täter nicht davon kommen lassen“ – trotz Mehrheiten, „die mit angezogener Handbremse“ agierten und selbst öffentliche Protokolle nicht freigeben wollten.
Wiebke Muhsal knüpfte an – mit dem Anspruch, Straße, Parlament und Bürger zusammenzuführen: „Wir waren in Thüringen einer der ersten, die Großdemonstrationen gemacht haben.“ Ihr Ziel für den Ausschuss sei klar: „Wir wollen, dass Kritiker rehabilitiert werden … und neuen Machtmissbrauch verhindern.“ Eindrücklich schilderte sie Zeugenauftritte, in denen man sich „an nichts erinnern“ wollte – und damit genau jene Kultur sichtbar machte, die Aufarbeitung erschwert.
Kay-Uwe Ziegler machte den Berliner Blickwinkel auf: Enqueten, Mehrheiten, Gatekeeping – und trotzdem Reichweite nutzen. Was er im Verfahren sieht, nannte er „eine Nebelmaschine“, gegen die man Öffentlichkeit setzen müsse: „Wir werden … so viel Lichter reinbringen, wie es uns möglich ist.“ Der Wille zur Aufklärung, so seine Quintessenz, entscheidet häufiger als die Aktenlage darüber, was am Ende im Bericht steht.
Block 6: Vertuschte Aufarbeitung – und das zweite Unrecht
Der letzte Block widmete sich jenen, die in der offiziellen Pandemiebilanz kaum vorkommen: den Impfgeschädigten. Menschen, deren Leben sich durch medizinische Nebenwirkungen grundlegend verändert hat – und die doch oft unsichtbar geblieben sind.
Carlos A. Gebauer sprach als Jurist – analytisch, nüchtern, mit klaren Folgerungen für Betroffene wie für Behörden. Im Kern kritisierte er das BGH-Urteil vom 9. Oktober 2025 (III. Zivilsenat), das impfende Ärzte rückwirkend zu „haftungsrechtlichen Beamten“ erkläre und damit die Staatshaftung aus Art. 34 GG i. V. m. § 839 BGB auslöse: „Der Bundesgerichtshof hat … alle Ärzte … zu haftungsrechtlichen Beamten gemacht.“ Aus dieser Einstufung leitete er eine strafrechtliche Konsequenz ab: Wer als „Amtsträger“ handle, bewege sich nicht mehr bei § 223 StGB, sondern bei § 340 StGB (Körperverletzung im Amt) – „das ist dann strafbar und muss von Amts wegen ermittelt werden.“
Gebauer benannte zudem praktische Hebel: Zivilklagen nicht zurückziehen, sondern auf den Staat erweitern (Sachwalterhaftung nach § 311 Abs. 3 S. 2 BGB), und laufende Zivilverfahren gem. § 149 ZPO aussetzen lassen, wenn strafrechtliche Vorfragen entscheidungserheblich sind. Zugleich erinnerte er an die Ermittlungspflicht der Staatsanwaltschaften (BGH, 14. 09. 2017) und schloss mit einem Appell an mündige Rechtsdurchsetzung: „Klagen Sie, fordern Sie Ihre Rechte ein … dann klappt es auch mit dem Rechtsstaat.“
Prof. Paul Cullen, Mediziner und Molekulargenetiker, zeichnete ein Bild der Impfkampagne als systemischen Erkenntnis- und Verantwortungsfehler: „Massenhafte Verwendung experimenteller Produkte aus der Gentechnik – ein Blindflug ohne Verantwortung.“ Er erinnerte an Frühwarnungen wie die BKK-PROVITA-Auswertung und die SafeVac-Rohdaten des Paul-Ehrlich-Instituts, sprach über die unzureichende Auswertung von Krankenkassendaten und über Befunde zur Verteilung von modRNA/Lipid-Nanopartikeln im Körper (inklusive Blut-Hirn-Schranke, Plazenta, Muttermilch) sowie zur Persistenz der modRNA.
Auch methodisch kritisierte er die Behauptung, aus Spontanmeldungen ließen sich keine belastbaren Sicherheitsaussagen ableiten, und verwies auf erste gerichtliche Öffnungen für Beweisaufnahmen (LG Osnabrück). Sein Fazit war eine Handlungsaufforderung: „Wir werden uns deshalb selbst um die Aufarbeitung kümmern müssen – sonst wird niemand das tun.“
Dann sprach Dr. Gunter Frank, Arzt und Autor – Tenor: Ein Staat, der Opfer seine Politik verschweigt, begeht ein zweites Mal Unrecht. Keine Polemik, sondern bittere Wahrheit. Frank beschrieb die politisierte Medizin der Corona-Jahre, in der Long Covid zum bevorzugten Label wurde, während Post-Vac-Fälle durchs Raster fielen – bis hin zu Anträgen, die nur als „Long-Covid/Post-Vac“ überhaupt eine Chance hatten.
Sein Kernbefund: „Es ist letztlich die Abschaffung der Wirklichkeit.“ Der Weg zurück führe über saubere Methoden statt Moralrhetorik und Alarmismus: evidenzbasierte Prüfung, belastbare Vergleichszahlen, offene Datenerhebung. Und gemessen an den harten Kennzahlen sah er „keine außergewöhnliche medizinische Situation“ – eine Diagnose, die den Ruf nach Aufarbeitung und nach einer Rückkehr zu Recht und Freiheit begründete.
Prof. Stefan Homburg, Ökonom und Statistikexperte, zeigte anhand konkreter Beispiele, wie selektiv mit Informationen umgegangen wurde – von der frühen Empfehlung, PCR-Tote zu kremieren statt zu beerdigen, über „bitte nicht obduzieren“ bis zum vorzeitigen Abbruch zentraler Zulassungsstudien. „Wenn die Coronapolitik so gut gewesen wäre, wie behauptet, würden die Behörden uns mit Daten bombardieren. Stattdessen klammern sie sich an ihre Akten, lassen sich verklagen – und die Justiz hilft bei der Obstruktion“, sagte Homburg sinngemäß. Der rote Faden seines Vortrags war die institutionalisierte Intransparenz: fehlende Protokolle bei RKI/PEI, verschobene Zählweisen beim Impfstatus, eine SafeVac-App, deren Daten man erhebt, um später zu behaupten, sie dienten nicht dem Erkennen von Nebenwirkungen. „Wir brauchen mehr Whistleblower“, schloss er.
Hier wurde deutlich: Die Pandemiepolitik war nicht nur medizinisch oder politisch, sondern eine moralische Zäsur. Dieser Block stellte die Frage nach Verantwortung in ihrer reinsten Form: Was schuldet eine Gesellschaft jenen, die sie im Namen des Gemeinwohls verletzt hat?
„Man kann Fehler machen – aber man darf sie nicht begraben.“ – Prof. Stefan Homburg
Epilog – Zwischen Erinnerung und Verantwortung
Als am Abend des zweiten Tages die Lichter in den Räumlichkeiten des Bundestages langsam erloschen, blieb ein eigenartiges Schweigen zurück. Kein müdes, kein formelles, sondern eines, das nachwirkte. Menschen standen noch in kleinen Gruppen zusammen, manche umarmten sich, andere schauten einfach noch still auf die Rednerarena, als müssten sie erst begreifen, was in diesen zwei Tagen geschehen war.
Ich trat hinaus in den Berliner Abend. Der Wind war kalt, die Straßen rund um den Regierungsbezirk leer, nur der Asphalt glänzte im Laternenlicht. In der kühlen Luft lag etwas Reinigendes, fast Befreiendes.
Das Symposium hatte Spuren hinterlassen. Nicht nur in den Köpfen, sondern auch in den Herzen. Es war kein Parteitag, (noch) kein Tribunal, kein Schaulaufen der Eitelkeiten. Es war ein Versuch, Wahrheit wieder zu einem gemeinsamen Gut zu machen.
Ich dachte an die Gesichter der Referenten – an die Nachdenklichkeit von Dr. Monika Jiang, an die Präzision von Robert Malone, an die ruhige Entschlossenheit von Gunter Frank und die Heiterkeit, mit der Prof. Stefan Homburg ernste Zahlen servierte. Und an die vielen Zuhörer, die gekommen waren, ohne zu wissen, was sie erwartet. Menschen, die in den letzten Jahren gelernt hatten, leise zu werden, weil lautes Denken gefährlich geworden war. Hier durften sie wieder atmen.
Die Aufarbeitung der Corona-Zeit ist kein rein politisches Projekt. Sie ist ein moralischer Auftrag. Aufarbeitung heißt noch nicht, mutmaßliche (Mit-)Täter sofort dingfest zu machen, sondern erst einmal unangenehme Wahrheiten überhaupt zuzulassen. Und Wahrheit ist immer unbequem, weil sie den eigenen Anteil nicht ausspart. Haben wir mit der Aufarbeitung schon zu lange gewartet?
Wenn diese zwei Tage etwas gezeigt haben, dann, dass Aufklärung nicht verordnet werden kann. Sie entsteht zeitlich und räumlich dort, wo Menschen sich begegnen – jenseits von Etiketten, jenseits von Angst. In jedem offenen Gespräch, in jeder fairen Frage, in jeder ausgestreckten Hand. Den Organisatoren des Symposiums ist es gelungen mehr als nur eine Hand auszustrecken. Dafür zolle ich Ihnen Respekt und Anerkennung über alle Parteigrenzen hinweg.
Für mich, als jemand, der aus der Bürgerbewegung kommt, war dieses Symposium jedenfalls mehr als eine politische Showveranstaltung. Es war ein Zeichen, dass Graswurzeln wieder wachsen können – sogar im Beton unserer vor Verlogenheit verkommenen Hauptstadt.
Vielleicht ist genau das der Anfang einer neuen Form von Demokratie: einer, die sich nicht an Schlagworten wärmt, sondern an menschlicher Aufrichtigkeit. Einer, die erkennt, dass Freiheit nicht aus Parlamentsbeschlüssen entsteht, sondern aus der Summe unzähliger Gewissensentscheidungen.
Als ich in Richtung Stadtrand fuhr, wehte der Wind schärfer, und irgendwo schlug eine Uhr 18 Uhr. Berlin lag bereits dunkel hinter mir, aber in mir war ein stilles, leises Licht. Kein Triumph, keine Euphorie – nur das Wissen, dass Wahrheit ihren Weg findet, wenn man sie lässt.
Und vielleicht beginnt Aufarbeitung genau hier!
In der Bereitschaft, sich nicht mit Jahrhundertlügen einfach so abzufinden. Denn:
Nie wieder ist jetzt!
Anm.d.Red.: Hier geht's zum Re-Upload der Video-Dokumentation des gesamten Symposiums. Und parallel dazu tagte ein paar Kilometer weiter im brandenburgischen Potsdam eine Enquete-Kommission, die ebenfalls bahnbrechendes zum „Corona-Komplex“ ans Tageslicht brachte. Hier weiterlesen..