🎭 Der große Knall der Selbst(ver)achtung – made in Germany

von Redaktion — ĂĽber |

Ein Kommentar von Chris Barth zu Sprengstoff, Erpressung, Selbstbetrug und Staatsversagen

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Der Fall: Wer hat hier eigentlich wem den Energiehahn zugedreht?


Am 26. September 2022 explodierten elementare Teile der Nord-Stream-Pipelines vor der Insel Bornholm. Jetzt, über drei Jahre später, verdichten sich laut einer Leitsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) die Hinweise, dass der Anschlag auf das Konto der Ukraine geht – und zwar nicht irgendwie, sondern als staatlich gelenkte Geheimdienstoperation.

Ein gewisser Serhij K., ukrainischer Elitesoldat, wird verdächtigt, die Sprengung maßgeblich mitorganisiert zu haben – von der Jacht Andromeda aus. Seit November 2025 sitzt er in Untersuchungshaft, ausgeliefert aus Italien. Der Generalbundesanwalt wirft ihm unter anderem verfassungsfeindliche Sabotage, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und Zerstörung von Bauwerken vor. Auch ein Kriegsverbrechen steht im Raum.

K.’s Verteidigung? Eine Mischung aus „Ich war’s zwar nicht“ und „Wenn ich’s war, war’s legal, weil Krieg“. Kombattantenprivileg, Immunität als Geheimdienstagent und das gute alte Völkerrecht – alles wird ins Feld geführt.

Doch der BGH ließ sich (zumindest vordergründig) nicht veräppeln: Kein Kombattantenprivileg, keine Immunität. Auch in internationalen Gewässern kann man sehr wohl deutsches Recht brechen – wenn das Ziel eine Pipeline ist, die auch Deutschland gehört und Deutschland versorgt hat. Autsch.

Dreieinhalb Jahre später, März 2026 – anderer Energieträger, gleiches Muster: die Ukraine behauptet, sie könne derzeit aufgrund von technischen Schwierigkeiten das für Ungarn und die Slowakei bestimmte Erdöl nicht mehr durchleiten. Der slowakische Präsident Fico zeigt daraufhin Sattelitenbilder, die beweisen, dass die Ölleitungen alle intakt sind.

Ein böser Verdacht drängt sich auf: Wollen die ukrainischen Kriegsführer sowohl die Slowaken als auch die Ungarn erpressen? Die EU wartet schließlich dringlichst darauf, dass Fico und Orban endlich „JA“ sagen zu weiteren 90 Mrd. € für den Ostfeldzug. Seit der US-Anfrage nach ukrainischen Abwehrdrohnen für den Iran-Krieg wähnt sich Selenskyj in einem neuen Höhenrausch: Er drohte Victor Orban sogar schon mit der ukrainischen Armee!


Der Kommentar: Der Westen zerlegt sich selbst – und feiert es noch


Stellen wir uns das kurz plastisch vor:
Du lädst jemanden zum Essen ein, zahlst ihm seit Jahren Miete, Strom und Waffen, überweist ihm zweistellige Milliardenbeträge, gibst ihm in internationalen Foren Rückendeckung, ignorierst jede Art von Korruptionsbericht und hilfst beim Image-Branding als tapferer Demokrat gegen das böse Imperium.

Und was macht dein „Freund“?
Er sprengt Dir Deine Heizung in die Luft.

Und wenn einer seiner Sprengmeister dann erwischt wird – nach aufwendiger internationaler Fahndung –, dann sitzt der nicht etwa reumütig im Gerichtssaal, sondern erklärt rotzfrech, dass Du "selbst schuld" bist, weil er ja im "guten Auftrag“ gehandelt habe. Und Du? Du senkst betreten den Blick, nuschelst was von „komplexer geopolitischer Lage“ und lieferst – selbstverständlich – weiter Waffen, Geld, Applaus und manchmal auch Krokodilstränen. Warum will mir der damals Weihnachten 2025 rumheulende BlackRock-Merz einfach nicht mehr aus dem Gedächtnis verschwinden?

Und wie sehr wünsche ich mir einen Bundeskanzler, der – wie Orban oder Fico – allen Kriegsparteien klar und deutlich zu verstehen gibt: "Wir machen nicht mit bei Euren Kriegsspielen und finanzieren diese auch nicht mehr – selbst wenn wir dadurch Nachteile hinnehmen müssen!“.

Wie tief muss die Selbstachtung eines Landes gesunken sein, um das alles einfach zu schlucken? Wie sehr muss eine politische Klasse sich selbst verachtet haben – oder ihr eigenes Volk –, um diesen Akt der gezielten Industriesabotage durch einen "Partnerstaat" mit höflicher juristischer Prosa und maximalem Desinteresse zu quittieren?

Während unsere energieintensive Wirtschaft kollabiert, während Mittelstand, Industrie und Haushalte die Preisfolgen des Anschlags ausbaden, machen Regierung, Medien und große Teile der Gesellschaft weiter auf betreutes Denken.

  • Die Schuldigen? In Moskau, immer!
  • Die Freunde? In Kiew, auf ewig!
  • Die Blöden? Na klar – die deutschen Steuerzahler…

…und all die Ignoranten, welche bei den Kommunal- und Landtagswahlen dieses Jahr die Parteien der „Unsere-Demokratie“-schützenden Einheitsfront immer noch ihre Stimme geben wollen!


Was bleibt?


Ein Land, das sich von einem "Partner" seine kritische Infrastruktur wegsprengen lässt – und dann noch darüber diskutiert, ob man sich vielleicht bei der Kommunikation diplomatischer hätte anstellen sollen – steht nicht mehr auf Augenhöhe. Es liegt schon.

Und es wird Zeit, dass es endlich aufsteht – oder den letzten Funken Würde endgültig begräbt.