DER MENSCH, DAS ÜBEL – EINE KATHOLISCHE MESSE IM MAIN-TAUNUS-KREIS ZUM ABGEWÖHNEN

von Redaktion — über |

Es ist Sonntagmorgen, 9 Uhr. Die Glocken der Kirche rufen zur Messe. Ich stehe auf und höre ausnahmsweise einmal nicht weg. Und ich entscheide mich, dem Glockenruf zu folgen. Ich gehe zur Kirche, betrete sie, gehe in Richtung Chorraum in eine Bank auf der rechten Seite – und will am liebsten gleich wieder gehen. Was ist passiert?

Erster Eindruck: Fehlstart


Ganz einfach: Die Nachhaltigkeits- und Klimaschutz-Propaganda hat die Kirchen im Bistum Limburg heimgesucht!

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Kirche im Nachhaltigkeitsmodus


Ich werde direkt von einer „Nachhaltigkeits-Beachflag“ begrüßt, die – je nach Blickwinkel den halben Altar verhüllend – mir auf den ersten Blick verrät: Heute wird alles etwas anders sein!

Lehrstück am Ambo


Jemand läutet die Sakristeiglocke. Eine Dame im Talar tritt als Erste aus der Sakristei in den Chorraum. Zuerst denke ich, es handele sich um eine Messdienerin. Der Pfarrer folgt ihr brav. Die Dame geht direkt zum Ambo und erklärt der etwas verdutzten Gemeinde, dass sie Ordensschwester in der „Nachhaltigen und schöpfungsverträglichen Pastoral“ sei und es heute um die Schöpfung und eben um „Nachhaltigkeit“ gehe. Danke für die Einordnung, denke ich noch, um dann zum ersten Mal die Stimme des Pfarrers zu hören, der die Gemeinde begrüßt. Was war denn eigentlich das davor? Propaganda? Mir schwant Böses für den Rest des Gottesdienstes.

Schöpfung contra Mensch


Kennen Sie die Bibel? Genesis? Schöpfungsgeschichte? Ja? Sicher nicht so genau wie die Ordensschwester. Diese erklärt der Gemeinde im Laufe des Gottesdienstes nämlich mehrfach anhand von Bibelstellen (hauptsächlich aus dem Alten Testament), der Mensch sei eine ziemliche Fehlkonstruktion Gottes. Denn nur nach Schöpfungstag eins bis sieben steht geschrieben, dass „Gott sah, dass es gut war“. Bei der Erschaffung Adams und Evas danach fehle dieser Zusatz, lässt die Schwester uns wissen – ihrer Meinung nach eine absichtliche Auslassung. Gott sah, dass alles außer uns gut war. Danke, genau so etwas sucht der nach Antworten suchende Kirchendistanzierte, der sich sonntags in eine katholische Kirche verirrt.

Fleischfrage und Moral


Auch das Wohl unserer Haus- und Nutztiere liegt den Nachhaltigkeitspastoralen sehr am Herzen. So wird darauf verwiesen, dass Gott erst nach der Sintflut das Essen von Fleisch erlaubt habe – unter Anerkennung, dass der Mensch eben sündig daherkommt und strengere Regeln ohnehin nicht einhalten würde. Irgendwie überkommt mich das Gefühl, als würden alle Nicht-Veganer im Gottesdienst gerade an den Pranger gestellt. Die Vorfreude auf den Sonntagsbraten schwindet bei meinen Banknachbarn merklich.

Arm und Reich im Brennglas


Aber auch das Neue Testament wurde (ganz im Sinne der WEF-Agenda 2030?) in der Vorbereitung des Gottesdienstes nach passenden Stellen durchsucht. Sie kennen sicher den Schwab-Spruch: „Sie werden nichts besitzen, aber glücklich sein“? Genau dieser kam mir in den Sinn, als erklärt wurde, dass es mir so erginge wie dem Reichen aus Lukas 16, 19–32 – ab ins Höllenfeuer –, wenn ich nicht freiwillig meinen vermeintlichen Reichtum mit den Armen (Massenflüchtlingen?) teile. Nur der Arme finde im Himmel Gnade, dann aber gleich in Abrahams Schoß.

Ich frage mich, ob bei den „milden Gaben an Bedürftige“ diejenigen angerechnet werden dürfen, die mir zwangsweise durch unzählige Steuern, Abgaben und Umlagen aufgebürdet werden. Ach, ich vergaß: Diese werden ja bereits für Radwege in Lateinamerika, Genderstudies in Afrika und Waffen für unsere „Verbündeten“ in der Ukraine und in Israel zweckentfremdet. Bleibt also doch nur das Höllenfeuer für mich?

Doppelmoral am Bischofssitz


Ach, zum Thema „Reiche“ und „Höllenfeuer“ fällt mir noch der Ex-Bischof der Diözese Limburg ein: Franz-Peter Tebartz-van Elst hatte als „Protz-Bischof“ damals für Millionenbeträge eine eigene Bischofswohnung und -kapelle sehr luxuriös ausbauen lassen. Mir ist nicht bekannt, dass dort jemals arme Lazarus-Gestalten Zuflucht gefunden hätten. Das zu predigen, was man selbst nicht vorlebt, anderen vorschlagen zu wollen, empfinde ich als Heuchelei.

Corona: offene Wunde


Solidarität und Zusammenhalt haben die „Amtskirchen“ auch in der „schlimmsten Pandemie aller Zeiten“ vermissen lassen. Gut kann ich mich noch daran erinnern, wie man mich einmal aggressiv einer Kirche verwiesen hat, weil ich dort ohne Maske beten wollte. Von der Werbekampagne deutscher Geistlicher für gentherapeutische „Impfungen“ möchte ich gar nicht erst anfangen zu schreiben. Aber irgendwie passt auch das zu dem Eindruck dieses Gottesdienstes, der eine ähnliche Menschenverachtung an den Tag legt.

Fürbitten-Zoo für die Jugend?


Als absoluten Tiefpunkt des sonntäglichen Kirchgangs bleiben mir jedoch die Fürbitten in Erinnerung. Diese beginnen nicht – wie üblich – mit „Wir bitten …“, sondern ganz im Sinne der Links-Grün-Woken-Gender-Gaga-Agenda mit „Ich, der Igel, bitte …“, „Ich, die Fledermaus, bitte …“, „Ich, der Regenwurm, bitte …“, „Ich, der Eisbär, bitte …“ usw. Ich muss an mich halten, um nicht laut loszulachen. Vor meinem geistigen Auge verwandeln sich die beiden jungen Männer, die diese ungewöhnlich tierischen Ich-Botschaften vorlasen, tatsächlich in diese fantastischen Tierwesen. Worum hat der Eisbär eigentlich gebeten? Richtig: um eine dickere Eisscholle! Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich auch für den Klimawandel verantwortlich gemacht werde.

Die mit diesen kindlichen Formulierungen möglicherweise angesprochene Zielgruppe – Kinder und Jugendliche – sind in der Sonntagsmesse übrigens gar nicht anwesend. Nicht einmal ein Messdiener hatte sich hierher verirrt. Das Durchschnittsalter liegt bei ca. 60+. Mir ist aber natürlich klar, dass Kinder und Jugendliche noch mit viel heftigerer Schuldpropaganda überzogen werden, ab dem Moment nämlich, wenn diese das erste mal einen Kindergarten oder eine Schule betreten.

Frieden nur „gerecht“?


Der Rest der Liturgie ist dann mehr oder weniger „Schema F“. Abgesehen von den in die liturgischen Texte an allen möglichen, mal geschickt, mal weniger geschickt gewählten Stellen eingefügten Wünschen nach „GERECHTIGKEIT“. Zum Beispiel beim Wunsch nach Frieden. Auch den soll es nach dem Willen der nachhaltig-schöpferischen Liturgie offenbar nur dann noch geben, wenn er „gerecht“ daherkommt. Na, da können die Menschen in der Ukraine, im Donbas, in Russland, in Israel, in Palästina und im Iran ja noch lange warten. Wir kämpfen also weiter, bis es nicht nur Frieden, sondern auch Gerechtigkeit gibt. Wer definiert eigentlich, was „gerecht“ ist? Komisch, ich hatte die Frohe Botschaft Jesu Christi irgendwie anders in Erinnerung.

Flächendeckung per Dekret


Zum Ende der (gefühlt un-)heiligen Messe kommt dann noch folgende Drohung unserer "Schwester": Sie will höchstpersönlich dafür sorgen, dass die auf Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit umgebogenen liturgischen Texte bald in allen Kirchen ihres Einflussbereichs ausliegen, sodass wir – wann immer uns danach ist – darauf zurückgreifen können (oder müssen? Haben wir eine Wahl?).

Der Friedensgruß


Wenn ich gefragt werden sollte, ob es in dieser ansonsten für meinen Geschmack recht unschönen Sonntagsmesse auch einen schönen Moment gab, dann darf ich sagen: Ja, den gab es! Es war genau der Moment, den ich persönlich immer den schönsten finde und auf den ich mich tatsächlich freue: der Friedensgruß! Der Friedensgruß ist für mich der eine Moment, in dem wir fehlerhaften Menschen uns im Angesicht Gottes gegenseitig erkennen, sehen, berühren, einander Frieden wünschen und dabei meistens sogar lächeln dürfen. Für diesen einen Moment ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten. In Ewigkeit, Amen.

Epilog: Maß und Milde


Es ist dem Autor durchaus bewusst, dass die allermeisten an dieser Agenda beteiligten Menschen oder Institutionen etwas Gutes in dieser Welt bewirken möchten. Und es ist weiß Gott nicht leicht, die Hintergründe zu durchschauen. Je später man sie durchschaut, umso schmerzhafter wird es. Seien wir also nachsichtig und geduldig mit unseren Mitmenschen. Denn: „(Nur) wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!

Anm. d. Red.: Danke lieber Helmut K. für diese Leserzuschrift, die wir gerne veröffentlichen.