Ein Gastbeitrag von Monika Diez aus Wertheim

Vier Freunde aus dem Iran interviewte ich über die Zeit der Pahlavi-Ära, die Religionsfreiheit, über Chomeini, das Mullah-Regime und darüber, was sie in Deutschland sehen.
Das Mullah-Regime begann mit der Konferenz von Guadeloupe (4.–7. Januar 1979), auf der die USA, England, Frankreich und auch Deutschland unter Helmut Schmidt unter anderem die „Krise im Iran“ diskutierten und entschieden, das Gespräch mit dem politischen Gegner von Schah Mohammed Reza Pahlavi zu suchen: mit Ajatollah Ruhollah Chomeini.
Saadat: „Ja, der Schah war stark. Er wollte, dass Iran das beste Land auf der ganzen Welt wird. Die Idee von Amerika und England war, dass Iran eine starke Religion braucht. Chomeini wurde gefunden. Medien in England unterstützten Chomeini, machten ihn in der Berichterstattung groß, und die Leute im Iran glaubten den Medien. Und die westliche Welt glaubte den Lügen, dass der Schah unzählige Menschen im Iran getötet haben soll. Diese Lügen dienten der Propaganda gegen den Schah und für Chomeini.“
„Fakt ist, dass alle jetzt im Iran Regierenden – von denen inzwischen ein Teil durch die USA und Israel getötet wurde – nicht vom Schah getötet wurden. Sie saßen in Gefängnissen: Ali Khamenei, Akbar Rafsanjani, Montazeri und Maryam Rajavi – das Paar lebt noch in Albanien –, Talegani und Shariati.“
Ali: „Und die Mehrheit der Gesellschaft ist aufgrund mangelnder Bildung in der Zeit der Pahlavi-Ära rückständig gewesen. Der Glaube an den Islam, die Heiligkeit des Korans und Mohammeds und seiner Familie war in den Köpfen vieler Iraner verankert und wurde von Generation zu Generation weitergegeben. So war es einfach, die Herrschaft der Mullahs über den Iran mithilfe von Lügen und Gerüchten zu etablieren.“
Farhad, der als junger Lehrer noch bis 1986 im Iran blieb und hier seit 33 Jahren als Friedensaktivist Tausende Briefe an unsere Regierungen und an das Europaparlament geschrieben hat: „Die Anschuldigungen gegen den Schah von Iran waren meiner Ansicht nach allesamt Lügen. Er war kein Mörder und hat nicht, wie ihm vorgeworfen wurde, 1.000 Menschen umgebracht. Er war grundsätzlich gegen Hinrichtungen von Gefangenen und gegen Todesurteile in Gefängnissen. Auch gegenüber bewaffneten Gegnern, die versucht hatten, den Schah zu töten, wollte er nach Möglichkeit die Ursachen und Hintergründe verstehen und ihnen eine weitere Chance zum Leben geben. Er war auch kein Diktator. Vielmehr wollte er langfristig mehrere Parteien mit unterschiedlichen politischen Meinungen zulassen, um die Menschen auf eine demokratische Gesellschaft vorzubereiten. Der Schah befahl den bewaffneten Polizeikräften im ganzen Land: ‚Schießt unter keinen Umständen auf mein Volk und meine Gegner.‘ Er war ein Patriot, aber kein Mörder. Er war stolz auf sein Volk und sein Land.“
Mehran: „Den Iranern wurden ihre Köpfe gewaschen. In den Nachrichten wurde immer und immer wieder gegen den Schah gehetzt und die Politik von Chomeini gepriesen. Gleich nach der Machtübernahme von Chomeini merkten wir Iraner, dass es Lügen waren: Es gab kein kostenloses Öl. Auch wurden andere Versprechen nicht eingehalten. Stattdessen gab es für Frauen sofort das Kopftuchgebot.“
Farhad: „Der Iran ist dem Westen zu westlich geworden. Dazu kam, dass ein Teil der Iraner vom Iran enttäuscht war. Der andere Teil hat geschwiegen. Das Öl war unter dem Schah teuer. Chomeini versprach kostenloses Öl.“
Saadat: „Nach der Machtübernahme von Chomeini wurden alle Offiziere und Obersten des Militärs sofort getötet. So war es ein leichtes Spiel für die Iraker, die den Krieg gegen den Iran begannen. Saddam Hussein prahlte mit dem Satz, dass er ‚in Teheran essen wird‘.“
Ali: „Während der Pahlavi-Ära wurde niemand wegen eines Religionswechsels verfolgt.“
Parallelen in Deutschland
Mit allen möglichen Mitteln wird Hass gegen eine Partei verbreitet. Parteien, die unter anderem mit Islamisten kooperieren, werden nicht zur Verantwortung gezogen. Medien werden für Propaganda genutzt. Politikkritische Medien sollen mundtot gemacht werden. Ein immer schwächer werdendes Christentum ebnet dem fundamentalistischen Islam den Weg und begünstigt, dass zunehmend auch Werte des freiheitlich-humanistischen Menschenbildes unterwandert werden.
Mina Ghattas, Wiesbaden, ist Jurist und Menschenrechtsaktivist mit koptisch-orthodoxen Wurzeln: „Der Westen schaut tatenlos zu, wie das Völkerrecht und Menschenrechte wie Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit in islamischen Ländern ausgehebelt werden – obwohl diese Länder sich verpflichtet hatten, das Völkerrecht und die Menschenrechte in nationales Recht zu transformieren. Echte Integration wird nur dann glaubhaft, wenn der Islam die Freiheiten, die er in Deutschland und Europa genießt, auch in den Herkunftsländern verschafft; wenn Muslime diese Rechte für andere Religionen in ihren Herkunftsländern einfordern.“
Saadat: „Islamisten haben einen Plan: Zuerst sollen muslimische Leute in ein Land gehen, dort bleiben, sich einbürgern lassen, in Ämtern und Parlamenten arbeiten und schließlich ihre Gesetze machen. Da Deutsche wenig Interesse am Wählen haben, wählen Ausländer Muslime. Ein Beispiel außerhalb der Politik: Wenn es in Einkaufsläden, die von Muslimen geführt werden, keinen Alkohol zu kaufen gibt, freuen sich Deutsche, weil sie an vorbildliches Verhalten denken. Aber es ist ein Signal von Muslimen, denn es kommt die Zeit, dass solche Läden nur Frauen mit Kopftuch betreten dürfen. Es ist eine Frage der Zeit, wie lange es noch dauert, bis Muslime in Deutschland das Sagen haben.“
Farhad: „Wir reden in Deutschland über den Islam. Aber der radikale Islam ist gleichbedeutend mit Terroristen. Das Wort Islam ist eine Maske.“
Mehran: „Wenn wir immer erlauben, dass sich die islamische Religion ohne Grenzen ausbreitet, dann wird es gefährlich. Es fängt erst klein an.“
Ali: „Die Regierung geht zu nachlässig mit dem Islamismus um und achtet nicht auf Warnsignale. Vieles wird langsam selbstverständlich, zum Beispiel die Absperrungen auf Weihnachtsmärkten zum Schutz vor Selbstmordattentätern oder Ähnlichem.“
Sieht unsere Regierung, dass Deutschland unterwandert wird?
Saadat: „Die Regierung sieht, dass wir unterwandert werden. Sie ist nicht blind. Aber sie haben persönliche Interessen und schauen nach ihren Vorteilen. Das Wort Menschenrecht nutzen Islamisten, um ihre Ideen, ihre Demos, ihre Rechte usw. durchzusetzen. Das Wort Menschenrecht ist wie ein Gefängnis, in das Deutsche gedrängt werden, und die Politik kommt nicht dagegen an. Die Linke und die Grünen nutzen diese Schwachstelle in Deutschland, um sich für Muslime starkzumachen. Die AfD ist anders.“
Farhad: „Unsere Friedensbewegung ‚Freiheitsbewegung des Iran‘ hat drei Koffer voller Briefe, die wir innerhalb von 33 Jahren an westliche Politiker, an den Bundestag und an das Europaparlament geschrieben haben. Wir haben vor der Islamisierung gewarnt. Aber nicht eine Antwort kam zurück. Dr. Amir Aslan Afshar, der von 1973 bis 1977 iranischer Botschafter in Deutschland war, schrieb am 29. September 1988 einen offenen Brief an den deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher, in dem davor gewarnt wurde, mit dem Mullah-Regime Geschäfte zu machen. Aber Genscher ignorierte den Brief. Warum haben wir auf unsere Briefe keine einzige Antwort erhalten? Man wollte nicht zuhören, nicht darüber sprechen, nichts sehen und offenbar auch keine politische Veränderung zugunsten einer Verbesserung der Situation herbeiführen.“
Was kann noch gestoppt werden?
Farhad: „Islamische Botschaften schließen. Sie sind die Zentrale für Spione und Orte, an denen Terrorangriffe vorbereitet werden. Kein Geld für Mullahs und deren Organisationen, keine Bankgeschäfte. Mit Reza Pahlavi reden und mit ihm zusammenarbeiten.“
Saadat: „Radikalislamische Muslime nicht ins Land lassen. Radikalislamische Muslime, die in Deutschland sind, aus Deutschland bringen. Die deutsche Kultur muss bleiben. Sie darf nicht mit islamistischer Kultur gemischt werden.“
Mehran: „Muslime müssen sich der Kultur in Deutschland anpassen. Muslime müssen das Land mit aufbauen.“
Was können wir Bürger machen?
Saadat: „Die Parteien wählen, die gegen radikale Muslime sind. Mit Islamisten reden, das ist verschwendete Zeit.“
Farhad: „Die Deutschen müssen ihre Meinung zu diesem Thema sagen dürfen. Demokraten haben das Mullah-Regime unterstützt. Politiker müssen sagen: ‚Liebe Bürger, wir haben eine falsche Politik gemacht, jetzt müssen wir sie ändern.‘“
Gibt es Lösungen, den politischen Islam in Deutschland zu stoppen?
Farhad: „Zu 100 Prozent ja. Eine Religion darf sich nicht in die Politik einmischen, sonst wird das Land kaputt. Wir dürfen den 7. Oktober 2023 nicht vergessen und was da passiert ist, und wir dürfen die ‚Allahu wahdahu‘-Rufe nicht vergessen. Noch mehr muss darüber gesprochen werden, dass Frauen unter dem radikalen Islam unterdrückt werden. Man sollte mit der islamischen Regierung nicht handeln und sie nicht unterstützen, so wie nach der Guadeloupe-Konferenz anschließend über Jahrzehnte die islamische Regierung im Iran unterstützt wurde. Das ist für uns bis heute unglaublich und schockierend.“
Mehran: „Ja. Aber wir dürfen nicht alles erlauben, was radikale Muslime möchten, was sie sich wünschen, was sie fordern. Das ist sehr gefährlich.“
Saadat: „Keine Moscheen bauen. Warum gibt es in Deutschland so viele Moscheen? Hier ist ein christliches Land. Das Kopftuch in der Schule und in Ämtern muss verboten werden.“
Anm.d.Red.: Wir veröffentlichen den Gastbeitrag in Interviewform. Inhaltliche Aussagen, Wertungen und die Aussagen der Interviewpartner wurden nicht redaktionell verändert oder auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft. Einen anderen Gastbeitrag, welcher die Situation im Iran, den unheilvollen Einfluss des Westens auf die Menschen dort in einen umfassenderen Kontext setzt, haben wir hier veröffentlicht: PROPAGANDA RUND UM DEN REGIME CHANGE IM IRAN