Ein Gastbeitrag von Achim W., Frankfurt

Das Versagen der „Die Mannschaft“ ist ein PR-Desaster – nicht nur für den DFB, sondern auch für jene Politiker, die den Fußball seit Jahren als Bühne für ihre politische Agenda begreifen. Das frühe Ausscheiden steht für viele sinnbildlich für einen allgemeinen Niedergang: große Worte, hohe Moralansprüche, dafür miserable Ergebnisse.
Eine Nationalmannschaft sollte in erster Linie durch Leistung, Leidenschaft und Identifika-tion überzeugen. Stattdessen ist Symbolpolitik wichtiger als sportlicher Erfolg. Haltung ersetzt keine Tore, Kampagnen gewinnen keine Spiele.
Zum dritten Mal in Folge endet ein großes Turnier weit unter den Erwartungen. Der Anspruch einer einstigen Fußballnation scheint einer Kultur des Schönredens gewichen zu sein. Niederlagen werden erklärt statt aufgearbeitet, Misserfolge relativiert statt Konsequenzen gezogen.
Das ist mehr als nur ein sportliches Problem. Es ist ein Sinnbild für die Entwicklung Deutschlands insgesamt: wirtschaftliche Schwäche, nachlassende Wettbewerbsfähigkeit, Defizite im Bildungswesen und ein Staat, der immer mehr verwaltet, aber immer weniger leistet.
Auch die politische Reaktion des Kanzlers war wiederum ein einziges PR-Versagen. Denn Bundeskanzler Fried-„rich“ Merz schrieb kurz nach dem Ausscheiden: „_Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel, @DFB_Team! Mit eurem Einsatz und Teamgeist habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch._“
Die Frage drängt sich auf: Worauf genau ist er stolz? Wer bereits beim Ausscheiden im Sechzehntelfinale von Begeisterung spricht, hat seine Messlatte ziemlich tief angesetzt. Wer Niederlagen wie Erfolge feiert, darf sich nicht wundern, wenn Spitzenleistungen zur Ausnahme werden. Im Sport wie in seiner Politik.
Auch Alice Weidel und Tino Chrupalla fordern seit Langem eine Rückkehr zum Leistungsprinzip. Chrupalla meinte dazu auf X: „Es muss wieder das Leistungsprinzip gelten – für Bundeskanzler und Bundesminister, Bundestrainer und Nationalspieler. Deutschland muss wieder an die Spitze!“
Leistung, Disziplin und Verantwortung waren über Jahrzehnte die Grundlagen des deutschen Erfolgs – im Sport ebenso wie in Wirtschaft und Gesellschaft. Wer diese Werte durch Symbolik, Ideologie oder moralische Selbstinszenierung ersetzt, riskiert langfristig den Verlust von Wettbewerbsfähigkeit und Zusammenhalt.
Deutschland braucht wieder den Mut, Leistung einzufordern und Erfolg als Maßstab zu akzeptieren. Ein Bildungssystem, das Wissen vermittelt statt Ideologien. Weniger Bürokratie, niedrigere Steuern, einen schlankeren Staat und mehr Eigenverantwortung. Subsidiari-tät statt Zentralismus. Leistung muss sich wieder lohnen.
Der Staat sollte den Bürgern dienen – nicht umgekehrt. Und eine Nationalmannschaft sollte vor allem eines sein: ein Team, das sportlich überzeugt und eine Nation durch Leistung eint, nicht durch ideologisierte, falsche Botschaften. Wer den Anspruch aufgibt, ganz oben stehen zu wollen, wird sich mit Mittelmaß zufriedengeben müssen und schließlich in die Drittklassigkeit und Bedeutungslosigkeit absteigen.