Eine Brandenburgerin über das späte Erwachen der sog. „Wissenschaft“

Teil 1: Zwischen Erleichterung und Entsetzen
Ich habe lange gezögert, bevor ich die Aufzeichnung der Enquete-Kommissionssitzung vom 7. November 2025 angesehen habe.
Zu oft habe ich in den letzten Jahren erlebt, wie Wahrheit vertuscht, Verantwortung verschoben und Schicksale relativiert wurden. Zu oft wurde mir – einer einfachen Bürgerin, Mutter, Großmutter – gesagt, ich solle „der Wissenschaft vertrauen“. Aber welche Wissenschaft war das?
Die, die sich hinter Regierungsbeschlüssen versteckte? Die, die in Talkshows mit moralischem Zeigefinger sprach, aber kein Gewissen zeigte, als Millionen Menschen unter ihren Empfehlungen litten?
Nun sitzen da also vier Professoren, alle mit klingenden Namen. Früher hätte ich sie wohl ehrfürchtig zitiert. Heute höre ich ihnen zu mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und stiller Genugtuung. Denn endlich sagen sie, was viele von uns schon 2020 ahnten – und wofür wir verlacht, gesperrt, ausgegrenzt wurden.
Ich denke an meine Enkel. An den Kleinen, der seit der Impfung mit Zuckungen kämpft, der kaum schläft, der sich vor grellem Licht versteckt. Und an seine Schwester, die mit sieben Jahren noch immer stottert, weil sie zwei Jahre lang nur maskierte Gesichter sah. Diese Kinder werden mit den Folgen leben, während jene, die sie „geschützt“ haben wollten, sich heute in Kommissionen gegenseitig Beifall klatschen.
Und dann kritisiert auf einmal ein Professor aus dem damaligen Corona-Komplex selbst die datenarme Entscheidungsbasis, das Vermischen von Meinung und Evidenz sowie die Nähe von Expertengremien zur Politik. Wir hätten keine Pandemie der Uninformiertheit erlebt, sondern eine Pandemie der Missachtung von Wissen. Mir stockt der Atem.
Wie konnte jemand, der mitten im System stand, so etwas sagen – und es damals nicht verhindern?
Teil II: Die Stimme des Zweifels – Prof. Gerd Antes
Prof. Gerd Antes, einer der Begründer der evidenzbasierten Medizin in Deutschland, wirkt an diesem Tag erschöpft, fast resigniert. Seine Worte sind ruhig, aber sie treffen wie Hiebe. Er spricht sinngemäß von datenarmer Politik, von systematischem Erkenntnisversagen und davon, dass Wissenschaft in Deutschland zur Beute politischer Opportunität geworden sei.
Ich erinnere mich, wie oft Politiker damals behaupteten, alles geschehe auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnis.
Wir Bürger sollten gehorchen, nicht fragen. Wir sollten glauben, dass es hinter den Kulissen kluge Köpfe gab, die unsere Freiheit, unsere Kinder, unsere Alten, unsere Wirtschaft abwogen – rational, verantwortungsvoll, differenziert.
Doch Antes zeichnet ein anderes Bild. Er spricht von chaotischen Datenstrukturen, von fehlender Transparenz, von Machtspielen in Expertenräten, die eher politische PR betrieben als wissenschaftliche Aufklärung.
Ich erfahre nun von den hier versammelten Professoren – nach den vielen Jahren des Corona-Terrors – dass evidenzbasierte Politikberatung Distanz zur Politik brauche, und nicht Nähe. Ist dies ein spätes Geständnis – oder ein Urteil zugleich?
Während ich diese Worte höre, spüre ich, wie in mir zwei Stimmen miteinander ringen:
Die eine seufzt: Endlich sagt es mal einer. Die andere schreit: Zu spät! Viel zu spät!
Wie viele Menschen haben in diesen Jahren ihre Existenzen verloren, weil man ihnen „fehlende Solidarität“ vorwarf?
Wie viele Kinder sind psychisch zerbrochen, weil sie als Gefährder galten, wenn sie atmeten?<BR
Wie viele Alte sind allein gestorben, während die Statistik gepflegt, aber das Menschliche geopfert wurde?
Hier ein Originalzitat von Prof. Antes dazu:
„Die Plätze in der Politikberatung wurden [entsprechend] besetzt – in einer unheilvollen Allianz zwischen Politik und Wissenschaft. Ich habe dafür das Wort willige Wissenschaftler benutzt; dazu gehören [unter anderem] Namen, die Sie schon genannt haben. Frau Viola Priesemann hatte vorher [meines Wissens] kein Bein in der Medizin; sie hat Simulation und Modellierung in [anderen] Gebieten angewendet. Dass sie dann – auch in den Medien – der Kanzlerin ins Ohr flüsterte, man müsse um 8:20 Uhr den Lockdown machen, um Schlimmeres zu verhindern, ist fachlich falsch. Und trotzdem ist es passiert. Das ist ein großes Wissenschaftsversagen.“
Antes nennt das also ein strukturelles Wissenschaftsversagen? Ich nenne es Verrat – Verrat an der Wahrheit, an der Menschlichkeit, an uns allen!
Teil III: Das Qualitätsmanagement des Versagens – Prof. Dr. Bergholz
Wenn Prof. Bergholz spricht, ist es, als ob jemand den Schleier der Sachlichkeit lüftet und plötzlich das blanke Chaos sichtbar wird.
Ein Mann, der jahrzehntelang Qualitätsmanagement (QM) lehrte – der also wissen müsste, wie man komplexe Prozesse prüft, bewertet, verbessert – steht vor der Kommission und sagt auf einmal, dass "wir" QM immer von der Industrie gefordert hatten – aber in der Pandemiebewältigung haben wir höchstselbst jegliche Qualitätsmanagement-Standards vollständig ignoriert.
Ich erinnere mich, wie damals jeder Fehler mit dem Satz entschuldigt wurde: „Wir lernen ja ständig dazu.“
Was nach Bescheidenheit klang, war in Wahrheit das Eingeständnis eines blind taumelnden Apparates.
Bergholz nennt es nüchterner ein vollständiges Fehlen institutionalisierter Lernprozesse, sinngemäß also eine Missachtung des PDCA-Zyklus aus dem Qualitätsmanagement. Dies alles führte am Ende zu katastrophalen Verkettungen von Ad-hoc-Entscheidungen ohne Rückkopplung.
Er sagt, es habe keine klaren Kriterien gegeben, an denen man den Erfolg oder das Scheitern einer Maßnahme hätte messen können. Keine Dokumentation, keine Evaluation, keine Fehleranalyse.
Der Krisenstab der Regierung – egal ob im Bund oder im Land – funktionierte wie eine Feuerwehr, die immer weiterlöscht, ohne je zu prüfen, ob sie vielleicht längst Benzin verspritzt.
Ich höre das und denke: Das war keine Krise der Erkenntnis, das war eine Krise der Haltung.
Wie konnte eine ganze Verwaltungskultur so schnell in den Reflex verfallen, Aktion mit Verantwortung zu verwechseln?
Wo war der Mut, zu sagen: Wir wissen es nicht, wir müssen prüfen?
Bergholz spricht von mangelhafter Selbstkritik der Fachcommunity, von Wissenschaftlern, die in politischen Gremien saßen und ihre Unabhängigkeit verloren.
Ich erinnere mich an die Gesichter aus den Talkshows: Virologen, Soziologen, Modellierer – alle mit scheinbar unerschütterlicher Gewissheit.
Aber hinter der Fassade, so legt Bergholz offen, herrschte Abhängigkeit von Drittmitteln, politische Nähe, Gruppendruck.
Die Devise lautete offenbar "Handeln statt Prüfen" – und das war falsch, weiß nun zumindest Herr Professor Bergholz. Solche späten Erkenntnisse brennen sich in mein Gedächtnis ein.
Denn genau dieses „Handeln“ war es, das meinen Enkeln schadete.
Dem einen, der nach der zweiten Impfung hohes Fieber bekam, das nicht mehr wich, und seither ein anderes Kind ist.
Dem anderen, der monatelang Angst hatte, in die Schule zu gehen, weil seine Lehrerin ihn vor der Klasse als „Infektionsrisiko“ bezeichnete.
Das war das Handeln ohne Prüfen.
Das war das Vertrauen ohne Kontrolle.
Das war das Menschenexperiment einer Gesellschaft, die Angst mit Wissenschaft verwechselte.
Bergholz spricht sachlich, aber in seiner Stimme liegt eine tiefe Erschütterung.
Er wirkt wie jemand, der begreift, dass er Teil eines Systems war, das seine eigenen Maßstäbe verraten hat.
Ich spüre Mitgefühl – und zugleich Wut.
Denn während er nun im Jahr 2025 von „Lernprozessen“ spricht, sitzen die Opfer dieser Lernprozesse in Therapien, Reha-Kliniken oder vor leergeräumten Bankkonten.
Was mich fassungslos macht, ist, dass niemand in der Politik diese Selbstkritik aufgreift.
Kein Minister, kein Landrat, kein Regierungsvertreter sagt: Wir haben versagt.
Stattdessen hört man immer noch dieselben Floskeln: „Mit dem Wissen von heute …“
Aber das Wissen war da! Nur niemand wollte es hören.

Teil IV: Die Logik der Angst – Prof. Dr. Krüger
Dann bekommt Prof. Krüger das Mikrofon freigeschaltet.
Epidemiologe. Nüchtern, präzise, gewohnt, in Zahlen und Wahrscheinlichkeiten zu denken.
Doch was er sagt, ist ein Schlag in die Magengrube jedes Menschen, der die Pandemie politisch erlebt hat:
Die Inzidenz sei gar kein Maß für die Krankheitsgefahr gewesen, sondern lediglich ein Maß der Messaktivität – aber sie wurde als politisches Argument missbraucht.
Ich erinnere mich an diese täglichen Zahlenorgien.
„76,3“, „185,4“, „über 500 – Notbremse!“
Zahlen, die über Freiheit oder Isolation entschieden, über Schule oder Homeschooling, über Besuchsrecht oder Einsamkeit im Pflegeheim.
Und nun sagt einer der Fachleute, dass diese Zahl nichts über Gefahr aussagte, sondern nur über Testhäufigkeit.
Wie viele von uns haben damals intuitiv gespürt, dass etwas nicht stimmt – und wurden dafür beschimpft, gebannt, gelöscht?
Krüger erklärt, dass Inzidenzwerte nie dafür gedacht waren, politische Schwellenwerte zu definieren.
Er spricht von einem besonders perfiden, systemischen Missbrauch wissenschaftlicher Indikatoren, von einer Verwechslung von Epidemiologie mit Verwaltung.
Politik habe Zahlen gebraucht, um Entscheidungen zu rechtfertigen – nicht, um sie zu prüfen.
Ich sehe wieder vor mir, wie der Ministerpräsident auf der Pressekonferenz stand, mit ernstem Blick, von „Verantwortung“ sprach und den Menschen Angst machte.
Er hätte auch sagen können: Wir wissen es nicht genau.
Aber er sagte: Die Inzidenz zwingt uns zu handeln.
Die Zahl wurde zum Götzen, das Denken zum Opfer.
Krüger geht noch weiter und führte sinngemäß aus, dass die politische Kommunikation epidemiologisch falsch, aber psychologisch effektiv gewesen sei.
Ein Satz, der mir durch Mark und Bein geht.
Denn was heißt das anderes, als dass man uns absichtlich Angst machte, um Gehorsam zu erzeugen?
Ich denke an die Plakate mit den Särgen aus Bergamo, an die Talkshows, die täglich die Zahl der Toten einblendeten, an die Kinder, die ihre Großeltern umarmten und danach Schuldgefühle bekamen.
Das war kein Zufall. Das war Strategie.
Die Wissenschaft hätte hier also viel früher und deutlicher intervenieren müssen? Danke für die späte Erkenntnis, Professor Krüger.
Ja. Sie hätte(n) müssen.
Aber sie schwieg(en) – aus Angst, aus Bequemlichkeit, aus Anpassung.
Und jetzt, Jahre später, sprechen sie in dieser Kommission, als wären sie Beobachter gewesen, nicht Mitgestalter.
Das ist schwer zu ertragen.
Aber vielleicht ist es auch der erste Schritt: das Schweigen zu brechen.
Teil V: Die Würde der Schwächsten – Prof. Dr. Kuhlmey
Ich höre Prof. Kuhlmey aufmerksam zu.
Nicht, weil sie spektakuläre Daten vorträgt oder neue Theorien entfaltet – sondern weil sie von Menschen spricht. Von jenen, die keine Stimme hatten, als man sie am dringendsten gebraucht hätte.
Von alten Menschen in Pflegeheimen, die monatelang isoliert wurden, weil man sie „schützen“ wollte – und sie dabei seelisch verhungern ließ.
Nun erfahre ich von der Sachverständigen Kuhlmey, dass Pflegeheime in der Pandemie Orte der Angst – nicht nur vor dem Virus, sondern vor Einsamkeit und Entmenschlichung gewesen seien.
Ich sehe das Bild meiner Nachbarin vor mir.
Eine alte Dame, die in einem Heim bei Potsdam lebte, und die man ab März 2020 nicht mehr besuchen durfte. Ihre Tochter stand monatelang draußen vor dem Fenster, winkte, weinte.
Als sie endlich wieder hineindurfte, war die Mutter still geworden. Sie aß kaum noch, sprach kaum noch, erkannte niemanden.
Zwei Wochen später war sie tot. Nicht am Virus, sondern an der Kälte der Maßnahmen.
Kuhlmey spricht ruhig, aber ihre Worte und Gedanken tragen eine Wucht in sich: Die verdutzte Öffentlichkeit erfährt nun (nur dank der von AfD und BSW initiierten Enquete-Kommission!), dass Schutz ohne Würde gar kein Schutz sei. Oder dass wir mit den Schutz-Maßnahmen in Pflegeheimen zwar vereinzelt Leben verlängert, die Menschlichkeit aber verkürzt gehabt hätten.
Ich fühle, wie mir die Tränen kommen.
Denn hier geht es nicht mehr um Politik oder Wissenschaft.
Hier geht es um das, was verloren ging: Vertrauen, Mitgefühl, Verantwortung.
Kuhlmey berichtet, dass es keine verlässlichen Daten über die Versorgung in Pflegeeinrichtungen gab.
Weder zu Todesursachen noch zur psychischen Verfassung der Bewohner.
Die amtlichen Statistiken seien fragmentarisch und unbrauchbar gewesen. Man sei quasi nur auf Sicht gefahren.
Ich frage mich: waren die Scheiben beim auf Sicht fahren auch noch beschlagen? Wenn die Experten den furchtbaren Zustand unserer Mitmenschen in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern nicht richtig "einordnen" konnten, warum konnte ich und viele Laien das dann?
Und ich frage mich: Wie kann eine Gesellschaft, die sich zivilisiert nennt, Menschen so behandeln?
Wie kann ein Land, das Grundrechte im Grundgesetz trägt, zulassen, dass Alte allein sterben und Kinder vereinsamen – und sich dann selbst dafür loben, „das Schlimmste verhindert“ zu haben?
Teil VI: Das Echo der Stille – Nach der Wahrheit kommt das Schweigen
Vier Professoren.
Vier Stimmen.
Vier Geständnisse.
Als die Sitzung endet, bleibt im Raum etwas hängen, das schwer zu greifen ist – eine Mischung aus Erleichterung und Entsetzen.
Endlich wird ausgesprochen, was viele wussten.
Aber was nützt Wahrheit, wenn sie kommt, wenn die Wunden längst vernarbt sind – oder gar nicht mehr heilen?
Ich sitze später zu Hause, höre mir Teile der Mitschnitte noch einmal an.
Und während draußen der Novemberregen gegen das Fenster prasselt, frage ich mich:
Wie konnte es so weit kommen? Wie konnte ein Land, das sich seiner Aufklärung rühmt, in so kurzer Zeit so tief in Angst, Gehorsam und moralische Selbstgerechtigkeit verfallen?
Ich denke an 2020, an die Schlangen vor den Testzentren, an das Schweigen in den leeren Schulen, an den Geruch von Desinfektionsmittel in den Korridoren.
An die Freunde, die sich abwandten, weil ich Fragen stellte.
An das Stigma, das mich begleitete, weil ich für meine Enkel sprach.
An das Kind, das nach der Impfung nicht mehr lachte.
Und jetzt, im Herbst 2025, höre ich die Experten sagen, was damals „Verschwörung“ hieß.
Datenlücken, Fehlentscheidungen, Missbrauch von Zahlen, strukturelles Versagen.
Und niemand übernimmt Verantwortung.
Ich frage mich, ob diese Menschen wissen, was ihre Worte in mir auslösen.
Sie sprechen von Evidenz, Systemen, Strukturen – aber hinter jedem dieser Worte steckt ein Mensch, der gelitten hat.
Hinter jeder Statistik steckt ein Kind, das verstummte, eine alte Frau, die im Heim vergaß, wie Nähe sich anfühlt.
Teil VII: Das große Erwachen – oder das große Wegsehen
Ich sollte mich freuen.
Denn eigentlich sind diese vier Vorträge ein Wendepunkt.
Zum ersten Mal brechen Wissenschaftler direkt aus dem „Corona-Komplex“ das Schweigen, nennen Versäumnisse beim Namen, fordern und fördern Aufarbeitung.
Aber warum fühlt es sich nicht wie Gerechtigkeit an, sondern wie Hohn?
Vielleicht, weil die, die damals Kritik wagten, ihre Arbeit, ihre Freunde, ihre Reputation verloren.
Weil man ihnen den Mund verbot – mit denselben Mitteln, die man heute als Fehler erkennt.
Weil dieselben Medien, die heute über „Fehlentwicklungen“ berichten, damals jede abweichende Meinung diffamierten.
Ich erinnere mich an Schlagzeilen wie „Corona-Leugner gefährden Menschenleben“ oder „Querdenker – eine Gefahr für die Demokratie“.
Heute wissen wir: Demokratie war die Patientin, die auf der Intensivstation lag.
Und die Politik?
Sie schweigt.
Kein Ministerpräsident hat sich für "die Fehler" oder "böse Absichten" entschuldigt.
Kein Untersuchungsausschuss fordert persönliche Konsequenzen.
Es scheint, als hätte man sich damit abgefunden, dass Wahrheit rückwirkend folgenlos ist.

Teil VIII: Was bleibt
Was bleibt, ist ein Gefühl von Leere und Bitterkeit – und zugleich eine leise Hoffnung.
Denn Wahrheit, auch wenn sie spät kommt, ist wie Licht, das durch einen Riss fällt.
Sie zeigt den Staub, aber sie zeigt auch, dass man wieder sehen kann.
Ich bin keine Wissenschaftlerin, keine Politikerin. Ich bin Bürgerin.
Ich habe erlebt, wie Vertrauen zerbricht, wenn Macht sich über Maß erhebt.
Ich habe gesehen, wie Angst ganze Familien spaltet, wie Kinder ihr Lächeln verlieren und alte Menschen ihren Sinn.
Und ich habe gelernt, dass Freiheit kein Geschenk des Staates ist, sondern eine Haltung im Herzen.
Als ich meinen Rechner ausschalte, muss ich noch einmal die vielen Geistesblitze der Sachverständigen denken, die am 07.11. im Brandenburger Landtag auf einmal anfingen, laut nachzudenken: Wir haben also keine Pandemie der Uninformiertheit erlebt, sondern eine Pandemie der Missachtung von Wissen.
Und ich ergänze für mich:
Und eine Pandemie der Missachtung des Menschen.
Vielleicht ist das die eigentliche Aufgabe dieser Kommission, welche es ohne das unglaubliche Engagement von den Landtagsfraktionen der AfD und Teilen des BSW gar nicht geben würde – nicht nur Zahlen zu prüfen, sondern Gewissen.
Nicht nur Maßnahmen zu bewerten, sondern Menschlichkeit wieder zu lernen.
Vielleicht braucht Aufarbeitung keine neuen Gremien, sondern Mut.
Mut, das Unsagbare auszusprechen.
Mut, das Geschehene nicht zu relativieren.
Und Mut, wieder zuzuhören – jenen, die man zu lange zum Schweigen brachte.
Denn die Wahrheit heilt erst dann, wenn sie gehört wird und Konsequenzen gezogen werden. Konsequenzen, welche das Potential haben, Brandenburg, Deutschland, ach was, ganz Europa in ihren Grundfesten zu erschüttern.
Anm.d.Red.: Zum Videolink des Livestreams: Landtag Brandenburg Re-Upload.
Zum was das "plötzlich und unerwartete Auspacken von Sachverständigen" ähnlich gelagerten Fall vor einem westdeutschen Landgericht hier entlang.