Am Gedenktag für Opfer von Krieg, Flucht und Vertreibung, Samstag, den 20. Juni 2026, wurde in Frankfurt am Main ein besonderes Zeichen für Frieden, Versöhnung und Menschlichkeit gesetzt: eine Friedensmenschenkette über den Main.

Die Idee dahinter war einfach und zugleich kraftvoll: Der Main sollte an diesem Tag nicht trennen, sondern verbinden. Menschen standen auf beiden Seiten des Flusses – nicht als Feinde, sondern als Bürger, Nachbarn, Familien, Eltern, Kinder und Freunde. Menschen, die sich nach Frieden sehnen und die nicht länger hinnehmen wollen, dass Völker gegeneinander aufgehetzt werden.
Auf der einen Seite des Mains waren unter anderem die Fahnen Deutschlands, der USA, Israels, der Ukraine und Pakistans zu sehen. Auf der anderen Seite die Fahnen Russlands, des Irans, des Libanons, Palästinas und Indiens. Nicht als Provokation. Nicht als Gegenüberstellung von „Gut“ und „Böse“. Sondern als sichtbares Bild dafür, dass Brücken notwendig sind, wo Politik, Medien und Militärlogik Mauern errichten.
Keine Feindbilder – sondern Wege aus der Eskalation
Das zentrale Anliegen der Kundgebung lautete: Keine Schuldigen suchen, sondern Lösungen finden.
Die Kundgebungsteilnehmer verharrten nicht weiter in der Logik von Hass, Vergeltung, Feindbildern und Eskalation. Sie erinnerten gemeinsam daran, dass einfache Menschen auf allen Seiten im Kern dasselbe wollen: leben, arbeiten, ihre Kinder aufwachsen sehen, glauben, hoffen und lieben dürfen.
Die Friedensmenschenkette zeigte: Zwischen den Völkern gibt es keinen natürlichen Hass. Hass muss erzeugt, gepflegt und politisch organisiert werden. Frieden dagegen beginnt dort, wo Menschen sich weigern, den anderen nur noch als Gegner, Feind oder Bedrohung zu sehen.
Friedensbotschaften aus verschiedenen Richtungen

Für die Kundgebung wurden zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens um kurze Friedensbotschaften gebeten. Diese wurden während der Veranstaltung als Audioeinspieler über Lautsprecher übertragen und zusätzlich in Livestreams eingebunden.
So war es den Organisatoren und Teilnehmern eine Ehre, an diesem besonderen Tag Frankfurt am Main mit persönliche Grußbotschaften u.a. von folgenden bekannten Persönlichkeiten zu fluten:
- Prof. Dr. Rajmohan Gandhi, Enkel von Mahatma Gandhi, Historiker und Friedensstimme von internationalem Rang;
- Dr. Daniele Ganser, Schweizer Historiker und Friedensforscher;
- Dr. Eugen Drewermann, Theologe, Psychoanalytiker und Friedensmahner;
- Helga Zepp-LaRouche vom Schiller-Institut
- sowie Paul Burmann, u.a. aktiv bei kla.tv
Besonders erfreulich: Rajmohan Gandhi (Zum Beitrag 👈) hat mit sehr warmen, persönlichen Worten gesprochen und seine Bereitschaft verwandelte die Kundgebung in eine einzige, bewegende Friedensbotschaft. Auch Daniele Ganser (Zum Beitrag 👈), Eugen Drewermann (Zum Beitrag 👈) und Helga Zepp-LaRouche (Zum Beitrag 👈) haben ihre im Vorfeld versprochene Unterstützung in Form von Video- bzw. Redebeiträgen wahr werden lassen.
Ein besonders schönes Geschenk hat Paul Burmann mit seinen Kindern der Stadt Frankfurt gemacht. Er sang seine bewegenden Lieder "Bei meinem Leben" und "Seite an Seite" direkt vor dem Frankfurter Dom.
Das zeigt: Die Sehnsucht nach Frieden, Dialog und Versöhnung ist stärker, als es die täglichen Schlagzeilen oft vermuten lassen.
Eine Brücke über den Main – und zwischen den Menschen
Die Friedensmenschenkette über den Main wurde zum Gegenbild der vorherrschenden, militaristischen Zeitstimmung.
Während immer mehr über Aufrüstung, Feinde, Fronten und Kriegstüchtigkeit gesprochen wird, wurde an diesem Samstag Nachmittag in Frankfurt über Frieden gesprochen. Über Diplomatie. Über Deeskalation. Über Interessenausgleich. Über Menschlichkeit.
Viele Menschen haben daran erinnert, dass Frieden nicht entsteht, wenn man den Gegner entmenschlicht. Frieden entsteht, wenn man wieder zuhört. Wenn man die Sicherheitsinteressen anderer Völker ernstnimmt. Wenn man das Leid der einfachen Menschen auf allen Seiten sieht. Wenn man erkennt, dass Kriegstreiber, Hardliner und Profiteure der Eskalation nie die einfachen Bürger vertreten.
Die zentrale Botschaft vom 20. Juni. 2026 aus Frankfurt lautete deshalb:
- Brücken bauen statt Gräben vertiefen.
- Völker versöhnen statt Menschen aufhetzen.
- Frieden schaffen statt Feindbilder pflegen.
Frankfurt, die Stadt am Main, war dafür ein sehr guter Ort. Der Fluss verbindet Stadtteile, Menschen, Wege und Geschichten. Am 20. Juni 2026 wurde er auch zum Symbol einer neuen Friedensbewegung: ruhig, würdevoll, sichtbar und menschlich.
Treffpunkt für die kurze Auftaktkundgebung war Frankfurt-Bornheim am Merianplatz. Der Aufzug durch die Frankfurter Innenstadt mit maximaler Außenwirkung startete dann von dort incl. mehrerer Zwischenkundgebungen direkt in der City und auf der Untermainbrücke. Die Abschlusskundgebung fand spätnachmittags am Mainufer am Eisernen Steg statt.
Weitere Informationen zur Kundgebung und zu weiteren Friedensaktionen finden Sie unter: t.me/friedenjetzt.