GEFÜHLE VERSTEHEN, STATT IHNEN AUSGELIEFERT ZU SEIN

von Redaktion — über |

Mit „Mission Emotion“ legt Simone Schmidt ein ungewöhnliches Buch für Jugendliche und Heranwachsende vor.

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Es ist Jugendroman, Abenteuererzählung und Selbsthilfe-Ratgeber zugleich. Im Mittelpunkt stehen sechs Jugendliche, die sich weder gesucht noch ausgesucht haben. Durch eine geheimnisvolle Einladung werden sie zusammengeführt: ein Umschlag, ein leuchtender Button, eine Litfaßsäule. Was zunächst wie ein Mystery-Abenteuer beginnt, entwickelt sich zu einer Reise in die Welt der eigenen Gefühle.

Jeder der sechs Jugendlichen trägt ein eigenes Thema mit sich. Da ist Nick, der unter seinem Körperbild, familiären Vergleichen und heimlicher Scham leidet. Da ist Chayenne, die nach außen perfekt wirken will und innerlich von Leistungsdruck, Social-Media-Erwartungen und Körperunsicherheit getrieben wird. Da ist Leandro, dessen Wut und Aggression viel mit Angst und familiärer Belastung zu tun haben. Nina, Eolan und Jules bringen weitere Verletzungen, Sehnsüchte und Geheimnisse mit. Jahn zeigt damit: Hinter auffälligem Verhalten, Rückzug, Coolness oder Angepasstheit steckt oft ein Schmerz, den niemand sieht.

Das Besondere an diesem Buch ist seine Sprache. Simone Schmidt schreibt nicht im Ton eines pädagogischen Ratgebers, der Jugendlichen erklärt, wie sie zu funktionieren haben. Sie lässt Widerspruch zu. Schon im Vorwort wird der „langweilige Psychokram“ ironisch aufgespießt. Genau dadurch entsteht Nähe. Das Buch nimmt Jugendliche ernst, ohne sie zu belehren. Es kennt Schulhofsprache, digitale Lebenswelten, Gaming, Social Media, Scham, Trotz und den Wunsch, vor Erwachsenen nicht immer alles offenlegen zu müssen.

Im Zentrum steht die Klopfakupressur, auch bekannt aus Methoden wie EFT, MET, PEP, Tapping oder Matrix Reimprinting. Die Jugendlichen lernen, belastende Gefühle wahrzunehmen, sie sprachlich zu benennen, körperlich einzuordnen und über Klopfsequenzen zu beruhigen. Das Buch erklärt außerdem Glaubenssätze, Körperreaktionen, Scham, Selbstannahme und einfache Entspannungsübungen. Besonders hilfreich ist, dass die Übungen nicht nur theoretisch beschrieben werden, sondern in der Geschichte selbst auftauchen: bei Angst, Wut, Scham, Überforderung oder alten Verletzungen.

„Mission Emotion“ kann Jugendliche ansprechen, die sich allein fühlen mit dem, was in ihnen vorgeht. Es kann aber auch Erwachsenen helfen, Jugendliche besser zu verstehen: Eltern, Lehrern, Schulsozialarbeitern, Coaches oder Therapeuten. Die Geschichte zeigt, wie schnell man andere falsch einschätzt – und wie viel sich verändern kann, wenn Menschen einander wirklich sehen.

Natürlich ist das Buch kein Ersatz für professionelle Hilfe, und die Autorin weist darauf ausdrücklich hin. Das ist wichtig, denn manche Themen reichen weit über kleine Alltagssorgen hinaus. Gerade deshalb ist die Grundbotschaft stark: Unterstützung zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche. Gefühle sind nicht peinlich. Und wer lernt, sie zu verstehen, muss ihnen nicht ausgeliefert bleiben.

Fazit:

„Mission Emotion“ ist ein außergewöhnlich warmherziges, direktes und ungewöhnlich praxisnahes Jugendbuch über Angst, Wut, Scham, Freundschaft und innere Stärke. Manchmal ist es wild, manchmal sehr emotional, manchmal fast übervoll – aber immer getragen von einem ehrlichen Anliegen: Jugendlichen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie freundlicher, mutiger und bewusster mit sich selbst umgehen können.

Über die Autorin:

Simone Schmidt (früher: Simone Jahn) ist Mutter von drei erwachsenen Kindern, ehemalige Schulbegleiterin, ausgebildeter MET-Master-Coach und seit vielen Jahren in der Begleitung junger Menschen erfahren. Über zwei Jahrzehnte arbeitete sie mit Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen, unter anderem als Bereitschaftspflegemutter und in einer Erziehungsstelle für stark belastete Kinder. Diese Erfahrungen mit Schutz, Bindung, Krisen, Überforderung und emotionaler Not prägen ihren Blick auf junge Menschen spürbar. Hinzu kommen ihre Beschäftigung mit Persönlichkeitsentwicklung, Stressregulation, Meridian-Energie-Technik und Matrix Reimprinting. In „Mission Emotion“ verbindet sie diese praktischen Erfahrungen mit einer warmherzigen, jugendnahen Erzählform – getragen von dem Wunsch, Kindern und Jugendlichen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie Gefühle besser verstehen und sich selbst mit mehr Mitgefühl begegnen können.