Drei Leser unserer Bürgerzeitung haben uns darauf hingewiesen, dass die auf der KLARTEXT-24-Titelseite dargestellten Windrad-Größenverhältnisse nicht mit denen für den „Winterstein“ geplanten Windkraftanlagen übereinstimmen würden. Das wurde im gesamten Beitrag auch an keiner einzigen Stelle so behauptet. Der Artikel ist zwar mit Unterstützung von zwei Bürgerinitiativen (BI Winterstein und AG Heubach Liebe) entstanden, aber die im Artikel beschriebenen Zusammenhänge gelten für sehr viele der momentan sich in der Planung oder im Bau befindlichen Windkraftprojekte.
So wurde die Titelseite der letzten KLARTEXT illustriert
Die auf dem Winterstein geplanten Windräder vom Typ „Vestas V172“ können als „XL-Windräder“ bezeichnet werden. Sie erreichen eine ab Fundament gemessene Gesamthöhe von ca. 260 Metern. Das auf der Titelseite dargestellte Windrad ist ein „XXL-Windrad“ und erreicht eine Gesamthöhe von knapp 400 Metern. Die Höhendifferenz zwischen einem XL-Windrad und einem XXL-Windrad beträgt also ca. 140 Meter.
Da die Windkraftanlagen auf dem Winterstein aber nicht auf der geodätischen Höhe der umliegenden Gemeinden (Wehrheim ca. 300 Meter, Rosbach ca. 200 Meter, Bad Nauheim ca. 150 Meter ü.NN) errichtet werden sollen, sondern auf den Höhenlagen des Wintersteins auf einer geodätischen Höhe von bis zu 500 Metern ü.NN, betragen die absoluten Windradhöhen nicht nur 260 Meter, sondern sogar bis zu 760 Meter ü.NN. Die relative Höhendifferenz beispielsweise zu Bad Nauheim beträgt also sogar (760 m - 150 m) = 610 Meter!
Die Wirbelschleppen der Winterstein-XL-Windräder verbreiten im Nachlauf also über noch viel mehr Kilometer hinweg durch Abrasion abgetragene und ausgedünstete Schadstoffe wie Bisphenol-A, PFAS oder Mikroplastik, als es noch höhere XXL-Windräder auf dem flachen Land je machen könnten. Viele Gemeinden – auch solche, welche sehr weit entfernt vom Winterstein liegen – kommen also in den zweifelhaften Genuss der Winterstein‘schen Schadstoffemissionen.
Unser Titelseiten-Größenvergleich hätte also tatsächlich noch krasser ausfallen können: Der Reisebus und die Buche hätten auf dem Talboden (150m ü.NN), der Winterstein-Fernmeldeturm und das Windrad auf einer Höhenlage von ca. 500m ü.NN gezeichnet werden müssen, hätte man tatsächlich die Situation an genau diesem EINEN Windkraftstandort darstellen wollen - was aber gar nicht das Ziel war.

So könnte man die Größtenverhältnisse am Winterstein darstellen (wenn man das wollte)
Sie sehen also…
…erstens: Die für den Winterstein geplanten Windräder sind mit einer relativen Höhe von bis zu 610 Metern wahre Monster-XXXL-Räder – z.B. für die Menschen, welche das Pech haben, in Bad Nauheim im direkten Nachlauf dieser Monsterräder leben zu müssen.
…zweitens: Es gibt offenbar Zeitgenossen, die des Lesens nicht mehr mächtig oder willens sind. Sie schauen sich ein Bild an, lesen eine einzige Zahl, tippen diese bei Google in das Suchfeld ein und bekommen dann eine abweichende Antwort. Dies führt dann dazu, dass der Rest des Artikels gar nicht mehr gelesen wird, da die kognitive Wahrnehmung verzerrt und eine Informationsaufnahme erschwert ist.
…drittens: Eine besonders amüsante Rückmeldung erhielten wir von einem Herrn, welcher sinngemäß von uns Folgendes einforderte: „Eine Bürgerzeitung muss IMMER BESSER sein als ARD, ZDF oder die Frankfurter Rundschau. Es darf nicht einmal der Anschein entstehen, als würden Fakenews verbreitet werden.“ Auf unsere Rückfrage, ob wir seinen wohlwollenden Vorschlag als Bewerbung für seine ehrenamtliche Mitarbeit in unserer Bürgerzeitungsredaktion verstehen dürfen, kam (sie ahnen es vermutlich bereits ;-) keine Antwort mehr.
Umso mehr gilt unser Dank all jenen Menschen, welche für unsere Zeitung schreiben, sie fleißig in die Briefkästen ihrer Nachbarn einwerfen oder diese einfach regelmäßig lesen und unsere Arbeit unterstützen. Selbst dann, wenn der eine oder andere Artikel einmal NICHT dem eigenen Weltbild oder der ganz persönlichen Erwartungshaltung entsprechen sollte.
Ihre KLARTEXT Rhein-Main-Redaktion