Ein Weckruf von Klara S. aus Mitteldeutschland

„Mama, gibt es bald wieder Krieg bei uns?“ – Diese Frage hat mir vor einigen Tagen mein jüngster Sohn gestellt, nachdem er auf dem Tablet einen Nachrichtenbeitrag gesehen hatte. Ich wollte instinktiv beruhigen, aber ich konnte nicht. Denn ich hatte dieselbe Frage im Kopf. Ich bin 49 Jahre alt, habe drei Kinder – eines davon noch schulpflichtig. Und ich frage mich seit Monaten, in welchem Europa meine Kinder groß werden. In einem Europa des Friedens und des Zusammenhalts? Oder in einem Europa, das sich auf Krieg vorbereitet?
Ich bin keine Politikerin. Ich bin keine Aktivistin. Ich bin Mutter. Und ich habe Angst.
Von einem Friedensprojekt zur Aufrüstungsunion
Am 24. Juni 2025 hielt Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, eine Rede auf dem NATO-Forum zur Verteidigungsindustrie in Den Haag. Sie sprach dort Klartext. Von einem „großmaßstäblichen Krieg auf europäischem Boden“. Von der „neuen Realität des Krieges“. Und davon, dass die „Zukunft Europas in der Ukraine und in unseren Fabriken“ geschrieben werde.
Allein dieses Zitat reicht mir als Mutter, um nachts schlecht zu schlafen.
Von der Leyen kündigte ein Programm mit dem Namen „ReArm Europe“ an – Ziel: 800 Milliarden Euro für Rüstung bis 2030. Neue KI-Gigafabriken sollen der Rüstungsindustrie zur Verfügung gestellt werden. Dual-Use-Technologien – also zivil und militärisch verwendbare Systeme – sollen in einem großen, neuen europäischen Verteidigungsmarkt gebündelt werden. Die zivile Produktion soll umgelenkt werden. Genehmigungen sollen beschleunigt, Umweltauflagen vereinfacht, Regeln gelockert werden.
Das ist keine vage Vision. Das ist ein klares Regierungsprogramm. Für eine Kriegswirtschaft. In Europa. Heute.
Wer schützt unsere Kinder?
Ich frage mich: Wer schützt eigentlich noch unsere Kinder? Wer schützt sie vor den direkten Folgen dieser Politik – und vor den indirekten? Unsere Schulen sind marode. Die Krankenkassen stehen vor der Pleite. Der Wohnungsmarkt ist kollabiert. Kinderarmut nimmt zu. Doch statt Geld in diese Bereiche zu stecken, werden Milliarden locker gemacht – für Rüstung, Waffen, Raketen.
Schon heute wird für Kriegsgerät mehr investiert als für Schulen, Krankenhäuser oder Kinderschutz. Und nun sollen unsere Steuergelder über ein neues Finanzinstrument namens SAFE – ein 150-Milliarden-Kreditprogramm – an die Waffenindustrie fließen. Ohne parlamentarische Kontrolle, wie der Europäische Rechnungshof bestätigt hat. Die Schulden zahlen: unsere Kinder.
Gleichzeitig verschlechtert sich das wirtschaftliche Klima. Energiepreise steigen, Inflation frisst unsere Ersparnisse. Der Mittelstand bricht ein. Wer nicht das Glück hat, in einer privilegierten Blase zu leben, merkt es bereits im Portemonnaie – oder auf der Nebenkostenabrechnung.
Was soll das für eine Zukunft sein?
Die dunkle Seite der Macht: Intransparenz und Machtmissbrauch
Ich will wissen, wer über das Leben meiner Kinder bestimmt. Und ich will wissen, wie diese Entscheidungen getroffen werden. Doch je mehr ich recherchiere, desto größer wird mein Entsetzen. Ursula von der Leyen steht nicht nur für den Umbau der EU zur Kriegsunion – sie steht auch für eine Politik des Verschweigens, der Tricks und der Machtkonzentration.
Die EU-Ombudsfrau Emily O’Reilly sprach offen von „mafiösen Strukturen“ in von der Leyens Kommission. In der Pfizer-Affäre – bei der überhöhte Impfstoffmengen für Milliarden bestellt wurden – wurde von der Leyen vom EU-Gericht gerügt, weil sie die Kommunikation mit dem Pharmakonzern per SMS führte und diese rechtswidrig verschwieg.
Mehrere Rechnungshofberichte kritisieren die intransparente Vergabe von Geldern in Milliardenhöhe. Im Juni 2025 aktivierte von der Leyen dann ohne Zustimmung des Parlaments einen Notfallmechanismus, um weitere 150 Milliarden Euro für Rüstung freizugeben.
Demokratische Kontrolle? Null. Rechenschaft? Fehlanzeige. Wer so regiert, darf sich nicht wundern, wenn Menschen das Vertrauen verlieren. Was passiert hier eigentlich mit unserer Demokratie?
Die EU war einmal ein Friedensprojekt. Ein Ort, an dem Konflikte diplomatisch gelöst wurden. Ein Ort, an dem Demokratie, Transparenz und Menschenrechte oberste Priorität hatten. Was ist davon übrig?
Wenn heute jemand Kritik äußert, heißt es: Das sei „extremistisch“ oder „populistisch“. Ursula von der Leyen hat Kritiker ihrer Politik im EU-Parlament pauschal als „Demokratiefeinde“ bezeichnet. Wer kritisiert, wird verdächtigt, „russischer Propaganda“ aufzusitzen. Wer Fragen stellt, wird ausgegrenzt. Ich will aber fragen dürfen. Ich will zweifeln dürfen. Und ich will gehört werden.
Demokratie heißt nicht, blind zu folgen. Demokratie heißt, mitreden zu dürfen. Wenn das verloren geht, geht weit mehr verloren als nur politisches Vertrauen – dann geht der gesellschaftliche Zusammenhalt in die Brüche.
Warum ich (noch) bleibe – und trotzdem nicht mehr schweige
Ich bin in diesem Europa groß geworden. Ich habe den Mauerfall erlebt, das Zusammenwachsen, das Versprechen auf Frieden und Freiheit. Ich will dieses Europa nicht aufgeben. Aber ich will es auch nicht kampflos einer selbsternannten und demokratisch nicht legitimierten Elite überlassen, die Krieg und Verschuldung für den neuen Normalzustand hält.
Ich habe lange geschwiegen. Ich habe gehofft, dass sich die Vernunft durchsetzt. Doch spätestens seit dieser Rede in Den Haag weiß ich: Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem ich meine Stimme erheben muss. Als Mutter. Als Bürgerin. Als Deutsche. Als Europäerin.
Ich will, dass meine Kinder in einem Europa leben, das auf Diplomatie statt auf Drohnen setzt. Auf Bildung statt auf Bomben. Auf Mitgefühl statt auf Militarismus.
Appell an andere Eltern: Es geht um unsere Kinder!
Deshalb richte ich mich jetzt an Euch, liebe Mütter und Väter. An alle, die sich fragen, wohin diese EU steuert. An alle, die sich Sorgen machen, aber noch zögern, den Mund aufzumachen.
Redet mit Euren Kindern. Redet mit Euren Nachbarn. Redet öffentlich. Teilt Eure Fragen, Eure Kritik, Eure Ängste. Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen von Begriffen wie „Populismus“ oder „Extremismus“. Die wirkliche Gefahr besteht darin, wenn wir den Mund halten.
Wenn wir heute nicht sprechen, wer spricht dann morgen für unsere Kinder?
Wir haben Verantwortung. Nicht für diese offenbar von Frau von der Leyen und ihren Hintermännern gekaperten EU. Sondern für das, was unsere Kinder in 10 oder 20 Jahren über uns sagen werden. Ob wir weggeschaut haben. Oder ob wir mutig waren.
Ich will zu denen gehören, die den Mut hatten, aufzustehen. Für Frieden. Für Demokratie. Für unsere Kinder.
Und wenn Europa das nicht mehr erlaubt – dann frage ich mich ernsthaft, ob es noch mein Europa ist.