Ein Gastbeitrag von Achim W. aus Frankfurt – Parallelen zu aktuellen Geschehnissen oder lebenden Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Wenn ich einen Krieg beginnen wollte, würde ich behaupten: „Wir wollen keinen Krieg!“ Ich würde sagen, der andere habe angefangen. Mit ihm könne man nicht sprechen.
Wenn ich einen Krieg vorbereiten wollte, würde ich erklären, wir müssten unsere Demokratie schützen und deshalb alle solidarisch sein. Wer nicht solidarisch ist oder gar wagt, mit dem vermeintlichen Gegner zu sprechen, wäre ein Landesverräter oder ein „Putinknecht“. So wie beispielsweise die AfD, die es wagte, einen Wirtschaftsgipfel in Russ-land gemeinsam mit Vertretern aus 123 Nationen zu besuchen.
Wenn ich einen Krieg beginnen wollte, würde ich behaupten, der andere greife uns in drei Jahren an. Bis dahin müssten wir „kriegstüchtig“ werden. Greift uns der auserkorene Feind an, bevor wir maximal für seine Zerschlagung aufgerüstet haben, würde ich sagen: „Genau davor haben wir euch gewarnt.“ Nun müssten wir alle zusammenhalten. Jeder müsse seinen Beitrag leisten und den Gürtel enger schnallen.
Wenn ich einen Krieg beginnen wollte, würde ich den Mittelstand schwächen und stattdes-sen die Karrierezentren der Bundeswehr ausbauen. Der Jugend würde ich einen alternativen, vermeintlich sinnstiftenden Karriereweg anbieten: kostenlose Führerscheine, Beamtenlaufbahnen, das Gefühl eines Staates, der zusammenhält.
Die Jugend würde ich durch eine dauerhafte Medienkampagne gewinnen. Individualisiert angesprochen, über alle Kanäle hinweg. Der Schutz von Heimat und Familie würde als zentrale Aufgabe der Bundeswehr verkauft. Ich würde freundliche Soldaten in Schulen schicken, die den Schülern vermitteln, wie ehrenhaft es sei, sich für Menschen und die Verteidigung von „unserer Demokratie“ einzusetzen.
Wenn ich Krieg wollte, würde ich die Großindustrie auf Kriegswirtschaft umrüsten und die heimische Industrie dazu bewegen, Panzer und Kanonen statt Autos zu produzieren. Ich würde höhere Arbeitsleistungen einfordern: 60 statt 40 Stunden pro Woche. Rente erst mit 70. Die Jungen brauchen wir an der Front, und irgendjemand muss den Laden am Laufen halten. Notfalls durch Motivation, Rentenkürzungen, Lohnkürzungen oder Gesetze.
Wenn ich einen Krieg wollte, würde ich eine digitale Identität einführen. Niemand könnte sich verstecken, seiner Pflicht entkommen oder mit gefälschten Dokumenten das Land verlassen.
Ich würde die Versorgung von Flüchtlingslagern einstellen und jungen, wehrfähigen oder kampferfahrenen Männern ein Angebot mitten in Europa machen. Ich würde sie mit Booten holen und so lange versorgen und schützen, bis sie an der Front oder zur Kontrolle der Einheimischen eingesetzt werden könnten.
Ich würde die Ostgebiete als verlängerten Arm der NATO in die EU aufnehmen. Wahlen, die prorussisch ausfallen, würde ich als „russisch beeinflusst“ bezeichnen und nicht anerkennen. Neuwahlen würden stattfinden – so lange, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Diese Länder würden geschützt und NATO-Basen errichtet. Die Soldaten würden aus der verarmten lokalen Bevölkerung rekrutiert, während ihnen und ihren Familien durch EU-Gelder eine blühende Zukunft versprochen würde. Versprochen.
Ich würde digitales Zentralbankgeld einführen und alles nachvollziehbar machen. Niemand könnte verbergen, was er konsumiert. Der gesamte Warenverkehr ließe sich kontrollieren, begrenzen oder vollständig unterbinden.
Ich würde Menschen hungern lassen, bis sie sich freiwillig zum Wehrdienst melden. Ein Vermögensregister würde als Schritt zu mehr Gerechtigkeit verkauft. Jeder müsse seinen Beitrag zur Landesverteidigung leisten. Vermögen würde zur Friedenssicherung einge-setzt. Egoismus würde bestraft, Mitmachen belohnt.
Ich würde Künstler und Intellektuelle für meine Sache gewinnen. Sie würden von den Me-dien gefördert. Andere bekämen keine Plattform mehr.
Ich würde die Beamtenschaft ausbauen, um Bevölkerung und Logistik zu erfassen, Waf-fenproduktion zu koordinieren, Waren- und Nahrungsmittelströme zu kontrollieren sowie Infrastruktur, Krankenhäuser und Gefangenenlager zu verwalten. Beamte sind besonders gehorsame Diener des Systems. Wer nicht mitspielt, verliert seinen Job und seine Pensi-on.
Ich würde all das mit „Sondervermögen“ finanzieren: Beamte, Infrastruktur, IT, KI, Brücken, Straßen, Logistik, Waffen, experimentelle mRNA-Impfstoffe und wehrfähige Flüchtlinge.
Ich würde mir ein Land als Feind aussuchen, das über viele Rohstoffe verfügt. Die NATO habe noch nie ein Land überfallen, dessen Haupteinnahmequelle der Brokkolianbau gewesen sei, sondern stets Länder mit wertvollen Rohstoffen. Russland verfüge zufällig über Rohstoffe im Wert von 75 Billionen Dollar. Mit deren Eroberung würden Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau finanziert. Apparatschiks, Finanziers, Banken und Oligarchen würden profitieren. Das Volk bliebe arm und müsste das neue System unter Entbehrungen wieder aufbauen.
Ich würde in Spitzenpositionen von Politik und Verwaltung alte Nazi-Blutlinien einsetzen, ideologisch geprägt und familiär eng miteinander verbunden.
Ich würde eine Friedenspartei gründen. Nennen wir sie „die Grünen“. Zunächst würde sie die Friedensbewegung vereinen, dann langsam ihre Richtung in Kriegstüchtigkeit und Feindbilder ändern. Durch Schule, Medien und Politik würde diese Entwicklung begleitet. Nur wenige würden es bemerken. Wer es benennt, wird sozial und ökonomisch ausgegrenzt.
Ich würde die Medien quasi gleichschalten. Alle anderen Stimmen würde ich als Desinfor-mation oder rechtsextrem diskreditieren. Ich würde das Bildungssystem ruinieren, die Sprache kompromittieren, Traditionen zerstören, Familienbande schwächen und Religio-nen verhöhnen. Alles, was Menschen verbindet, würde beschädigt. Orwell lässt grüßen: „Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke.“
Als Individuum sollst du dich klein und machtlos fühlen. Im Kollektivismus sollst du dein Heil finden. Den guten Schutzstaat würde ich als sicheren Hafen anbieten. Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Ich würde eine Brandmauer zur Opposition errichten und NGOs fördern, die alternative Denk- und Lebensweisen bekämpfen. Das Internet würde kontrolliert und zensiert. Vertrauen sollen die Menschen nur noch offiziellen Experten und Medien.
Ich würde eine Klarnamenpflicht einführen und soziale Netzwerke kontrollieren. Den Zu-gang für Jugendliche würde ich einschränken, später verbieten und schließlich eigene regierungsnahe Plattformen etablieren. Im Spannungsfall gäbe es nur noch regierungskonformes Internet.
Feindliche Medien würden abgeschaltet. Neutrale Journalisten kämen auf Sanktionslisten und verlören grundlegende Rechte. Wie Jacques Baud, Hüseyin Doğru, Alina Lipp oder auch andere. Nach dem Prinzip: Bestrafe einen, erziehe viele. Alle, die nicht mitmachen, würden als unsolidarisch, Putinversteher, Quertreiber oder Delegitimierer des Staates bezeichnet.
Ich würde keinen Friedensvertrag anstreben, sondern lediglich eine Waffenruhe. Diese würde der eigenen Bevölkerung als Friedenswille verkauft. Nach erfolgter Wehrfähigkeit könnte ab 6 Uhr morgens „zurückgeschlagen“ werden.
Ich würde Drohnen auf europäische Ziele schicken und den Russen die Schuld geben. So hielte ich die Spannung, die Bedrohungslage und die Angst dauerhaft aufrecht.
Ich selbst hätte natürlich einen Atombunker in den Alpen und meine Kinder auf sicheren Privatschulen außerhalb des Kriegsgebietes.
Wenn wir so weit sind, würden wir einen Spannungs- oder Angriffsfall schaffen, alles scharf stellen, alles kontrollieren – und niemand könnte sich entziehen. So würde ich es machen.
Euer Bundesonkel