WINDKRAFT IM WALD

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BÜRGERINITIATIVEN LIEFERN INFORMATIONEN UND MÖGLICHKEITEN ZUM PROTEST

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Mehrere Bürgerinitiativen aus Hessen haben angekündigt, unsere Bürgerzeitungsredaktion mit Unterlagen zu bereits realisierten und geplanten Windkraftprojekten zu versorgen. Ein Interview ist in Vorbereitung.

Zum einen handelt es sich um die BI Winterstein, die in der Wetterau bereits Infoveranstaltungen und Kundgebungen organisiert hat (z.B. Versammlungslauf am 15.01. in Bad Nauheim und am 29.01.26 in Friedberg). Zum anderen um die Initiative „Heubach Liebe“ aus dem Raum Groß-Umstadt, welche im Jahr 2025 viele Infoveranstaltungen durchgeführt hatte und auch mit einer „20 Thesen-Dokumentation“ zu geplanten Anlagen im Odenwald für Diskussionsgrundlage in Stadt und Land gesorgt hat.

Im Kern geht es in der gut mit Quellen belegten Dokumentation um den Vorwurf, dass Windenergie im Wald nicht nur Landschaft und Erholung beeinträchtigt, sondern durch Rodungen, breite Zuwegungen und Baustellenflächen in sensible Natur- und Wasserkreisläufe eingreift. Die Initiative fordert, dass zentrale Fragen vor Baubeginn nachvollziehbar beantwortet werden: Artenschutz (z.B. Greifvögel und Fledermäuse), Trinkwasser/Quellen, Denkmalschutz, Immissionen (Schall/Schattenwurf) sowie die Rückbau- und Haftungsfrage. Für die geplanten Anlagen werden u.a. extragroße Turbinen wie die ENERCON E-175 EP5 genannt.

Ein großer Teil der Argumentation betrifft außerdem die Systemkosten der Energiewende: Beim Netzengpassmanagement lagen die Kosten im 4. Quartal 2024 bei rund 928 Mio. Euro und damit über dem Vorjahresquartal (Q4 2023: 884 Mio. Euro). Parallel warnt eine von der DIHK veröffentlichte Auswertung zur Frontier-Studie „Plan B“ vor Energiesystemkosten von rund 4,8 bis 5,4 Billionen Euro (!) für den Zeitraum 2025–2049 (je nach Annahmen). Für die regionale Energie- und Wärmewende nennt ein KfW-Fokuspapier (Nov 2025) einen sehr hohen Investitions- und Finanzierungsbedarf und verweist auf große Herausforderungen für Stromnetzbetreiber.

Beim Thema Gesundheit ist die Quellenlage – je nach Interessenlage – „umstritten“. Das Umweltbundesamt kommt in einem Positionspapier zu dem Schluss, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Infraschall einer Nutzung der Windenergie derzeit „nicht entgegenstehen“. Genau hier wollen die Initiativen ansetzen: Sie verlangen mehr Transparenz, aktuellere Gutachten vor Ort und eine öffentliche Debatte, bevor im Wald unumkehrbare Fakten geschaffen werden.

Der BI „Heubach Liebe“ liegt ein sehr umfangreiches Gutachten zu den PFAS-Emissionen (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen), welche weitreichende und langanhaltende Umweltverschmutzungen befürchten lassen. Vor allem in Schutzlackierungen der Rotorblätter und als Schutzgase in Schaltanlagen kommen PFAS zum Einsatz, was bei Abrieb oder Entsorgung Emissionen verursacht.

Zum 20-Punkte-Thesenpapier
Zur BI "Winterstein" in der Wetterau
Zur BI "Heubach Liebe" im Odenwald
Weiterführende Infos zu Inhaltsstoffen in Windkraftanlägen